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AUGE/UG-Paiha/Taibl: Unverschuldet Arbeitslose nicht zurücklassen!

Corona-Hilfspaket für Arbeitslose gefordert

Aufgrund der Pandemie ist in Österreich die Arbeitslosigkeit sprunghaft angestiegen. Die Regelungen zur Kurzarbeit federn zwar Einiges ab, aber nicht alle Arbeitgeber nehmen sie in Anspruch. Viele bleiben bei Kündigungen. Mehr als 100 000 Menschen sind aktuell davon betroffen. Das Hilfspaket der Regierung sieht in diesem Fall keine zusätzliche Unterstützung für Erwerbsarbeitslose vor.

Arbeitslose bekommen demnach nicht wie in der Kurzarbeit 80% oder mehr ihres Gehaltes, sondern zumeist nur 55%. „Hier muss die Regierung dringend nachbessern. Umso mehr, als verstärkt Menschen im Niedriglohnsegment betroffen sind“, verlangt Stefan Taibl, AK-Rat und Betriebsrat für die Alternativen, Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen in Niederösterreich. Es geht nicht an, diese Menschen zurück zu lassen, unverschuldet ganze Familien in die Armut zu schicken, noch dazu ohne Chancen auf raschen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben, solange die Krise anhält“. Die AUGE/UG fordert daher die sofortige Anhebung der Nettoersatzrate im Arbeitslosengeld auf 80% als weitere Maßnahme des Corona-Hilfspakets.

„Die Krise zeigt einmal mehr, wie rasch Menschen unverschuldet in die Arbeitslosigkeit rutschen können“, so Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG. „Wir fordern seit langem eine Anhebung der Nettoersatzrate, um existenzsichernd zu sein. Im internationalen Vergleich hinkt Österreich da sowieso hinterher. Gerade jetzt wird deutlich, wie wichtig diese Forderung ist“, so Paiha weiter, die sich dabei auf einer Linie mit den Arbeiterkammern und Gewerkschaften weiss. Diese haben größtenteils, auch auf Betreiben der AUGE/UG, diese Forderung schon lange in ihrem Programm. „Erhöhen wir die Nettoersatzrate und damit das Arbeitslosengeld – gerade jetzt! Damit wir in der Krise niemanden zurück lassen“, so Taibl zum Abschluss.

Darüberhinaus fordert die AUGE/UG, jenen Unternehmen, die sich durch Kündigungen in der Krise unsolidarisch gegenüber den Beschäftigten zeigen, auch nicht die volle solidarische Hilfe durch die Allgemeinheit zukommen zu lassen, etwa bei Förderungen oder Stundung von Abgaben- und Steuerschulden.

PRESSEINFORMATION 18.11.2019: AUGE Salzburg fordert höheres Arbeitslosengeld: „Wir liegen weit unter dem europäischen Schnitt“

Salzburg, 18.11.2019

PRESSEINFORMATION

AUGE Salzburg fordert höheres Arbeitslosengeld

Klaus Brandhuber: „Wir liegen weit unter dem europäischen Schnitt. Bildung bleibt der Schlüssel zum Arbeitsmarkt.“

Auf jede offene Stelle im Bundesland Salzburg kommen aktuell zwei Arbeitsuchende oder Menschen, die gerade AMS-Schulungen absolvieren. Besonders alarmierend ist die Situation für Personen mit geringer Ausbildung. Laut den Zahlen des AMS waren im September 2019 in Salzburg rund 10.800 Personen arbeitssuchend gemeldet. Rund 4.000 davon konnten als höchsten Bildungsabschluss nur die Pflichtschule vorweisen. Bei FacharbeiterInnen oder AbsolventInnen von berufsbildenden Mittelschulen herrschte unterdessen praktisch Vollbeschäftigung.

Die grüne Gewerkschaft AUGE Salzburg fordert deshalb mehr Mittel für die Qualifizierung von Arbeitsuchenden sowie ein Recht auf finanzierte Umschulung. Die Stellung von Arbeitssuchenden gegenüber dem AMS würde sich massiv verbessern. Außerdem sollten Arbeitssuchende eine höhere Unterstützung bekommen. In Österreich beträgt die Höhe des Arbeitslosengeldes im Schnitt nur 55 Prozent des letzten Nettolohnes. Im europäischen Schnitt liegt die sogenannte Nettoersatzrate aber bei 70 Prozent. Dafür ist die Bezugsdauer in Österreich teilweise länger als in anderen europäischen Ländern.

„Ziel muss sein, Bedingungen zu schaffen, damit Arbeitssuchende rasch wieder Anschluss an den Arbeitsmarkt finden”, sagt AUGE-Landessprecher Klaus Brandhuber. „Sollte das trotz adäquater Maßnahmen nicht möglich sein, ist eine Verlängerung der Bezugsdauer sinnvoll.” Dies sei bereits Praxis in einigen EU-Staaten und reduziere den Druck auf Arbeitssuchende erheblich.

„Derzeit müssen viele Menschen eine Arbeit annehmen, die eigentlich nicht ihren Qualifikationen entspricht“, so Brandhuber. Einen entsprechenden Antrag für ein höheres Arbeitslosengeld sowie ein Recht auf Umschulungen hat die AUGE/UG bei der letzten Vollversammlung der Salzburger Arbeiterkammer eingebracht.

Kontakt:

Klaus Brandhuber

e-mail:klaus.brandhuber@auge.or.at

Tel: 0660 / 653 27 66