Ergebnisse zum Schlagwort: Arbeitszeit

Antrag 02 / Für Verbesserungen bei teilzeitbeschäftigten MitarbeiterInnen

der AUGE/UG – Alternative und Grüne GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen

zur 165. Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer am 21. Juni 2018

Die 165. Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer möge beschließen
Die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer fordert ökonomische und rechtliche Verbesserungen:

  • Zuschläge für Mehrarbeit bei Teilzeitbeschäftigung sind wie Überstundenzuschläge zu behandeln (50%) und grundsätzlich monatlich abzurechnen, um einen Missbrauch unter dem Titel der Flexibilität einzudämmen.
  • Eine Beschränkung der zuschlagsfreien Mehrarbeit bei Dienstverhältnissen mit Durchrechnungszeit.
  • Ein verbesserter Schutz von teilzeitbeschäftigten MitarbeiterInnen vor Mehrarbeit: Zwar würde es das Arbeitszeitgesetz vorsehen, dass für die Anordnung von Mehrarbeit keine berücksichtigungswürdigen Interessen der Dienstnehmerin vorliegen und dabei sollten die spezifischen Interessen von teilzeitbeschäftigten MitarbeiterInnen mitberücksichtigt werden. Teilzeitbeschäftigte haben üblicherweise außerhalb ihrer festgelegten Arbeitszeit feste Verpflichtungen im familiären Bereich oder um zusätzliche Erwerbsmöglichkeiten wahrzunehmen. In der Praxis sind diese gesetzlichen Bestimmungen häufig noch nicht angekommen. Wenn der Gesetzgeber hier seine Intention teilzeitbeschäftigte MitarbeiterInnen besser zu schützen zu wollen wirklich ernst meint, sind veränderte gesetzliche Bestimmungen notwendig. Dass sich die einzelne ArbeitnehmerIn quasi gegenüber den Forderungen des Dienstgebers und u.U. auch gegenüber den KollegInnen stellen muss, ist unakzeptabel.
  • Keine einseitige Änderung der Lage der Arbeitszeit durch den Dienstgeber.

Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse sind in der Zeit von 2015 auf 2016 um 39.400 Stellen angestiegen. Insgesamt arbeiten 1.211.300 Menschen in einer Teilzeitbeschäftigung. Das sind fast 30 % aller unselbstständig Beschäftigten. Auffällig ist der hohe Prozentsatz an Teilzeitbeschäftigungen bei Frauen. Fast jede zweite unselbstständig beschäftigte Frau (47,7%) arbeitet in dieser Beschäftigungsform. 1994, also etwas mehr als zwei Jahrzehnte zuvor waren das nur 26%.

Die Gründe, warum Frauen verstärkt in Teilzeitbeschäftigung arbeiten, sind vielfältig und gleichzeitig strukturell bedingt:

Ungleiche Verteilung von Betreuungspflichten
An der oberen Skala steht hier eindeutig die bessere Vereinbarkeit mit anderen Betreuungspflichten. Sei es die Versorgung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen in der Familie. Bereits aus der Begrifflichkeit „Betreuungspflicht“ geht klar hervor, dass Frauen diese notwendigen Arbeiten als Verpflichtung auf ihre Schultern nehmen. Laut der Zeitverwendungsstudie der Statistik Austria von 2009 wird die Hausarbeit, Kinderbetreuung, die Pflege von Kranken und Gebrechlichen oder ehrenamtliche Mitarbeit zu zwei Dritteln von Frauen geleistet. Annähernd umgekehrt ist das Verhältnis bei bezahlter Erwerbsarbeit: Hier stehen 39% Frauen 61% Männern gegenüber.

Teilzeit als Entlastungsfaktor
Ein weiterer Grund für die Wahl einer Teilzeitbeschäftigung sind Branchen, in denen die Arbeitsbelastung massiv und die Arbeitsbedingungen unattraktiv sind. Hier ist eine Teilzeitbeschäftigung eine Möglichkeit durch die Arbeitszeitbegrenzung die Situation für das eigene Leben erträglich zu gestalten.

Auch die persönliche Lebenssituation kann eine Teilzeitbeschäftigung notwendig machen. Körperlich belastende Berufe, die zu körperlichen Beschwerden im höheren Lebensalter führen bringen Menschen dazu, auf diese Beschäftigungsform auszuweichen. Hier wird bewusst eine geringere Entlohnung in Kauf genommen, um nicht völlig aus dem Arbeitsprozess auszuscheiden.

Unfreiwillige Teilzeit
Und dann gibt es auch noch die unfreiwillig Teilzeit. DienstgeberInnen, etwa im Handel oder im Dienstleistungsbereich bieten keine Vollzeitstellen an. Häufig sind Menschen dann gezwungen in zwei Teilzeitstellen zu arbeiten, um das ökonomische Leben zu sichern.

Befragungen aus denen hervorgeht, dass der Großteil der Menschen diese Beschäftigungsform freiwillig gewählt hat, sind mit einer gewissen Skepsis zu betrachten.

Natürlich gibt es auch Menschen, die tatsächlich aus freien Stücken diese Beschäftigungsform eingegangen sind. Teilzeitbeschäftigung lässt eine geringere Arbeitsbelastung erwarten. Sie soll es ermöglichen, die Freizeit sinnstiftend zu gestalten. Sei es im Rahmen einer Weiterbildung, sei es die Möglichkeit einem zeitintensiven u.U. arbeitsähnlichem Hobby nachzugehen. Und gerade bei sehr jungen Menschen gibt es einen Trend zu Teilzeitarbeit. Eine vorrangige Ausrichtung des eigenen Lebens an den Erfordernissen der Arbeit wird als unbefriedigend wahrgenommen. Dahinter steht meist ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber den erwartbaren Leistungen des Sozialstaates.

Die Konsequenzen für die Einzelne sind auf ökonomischer Ebene der Lohnverzicht und die damit verbundene geringe Pensionshöhe.

Paiha zur „Pflastersteinaktion“: AUGE/UG erklärt Solidarität mit betroffenen KollegInnen

Aufregung verlogen und durchschaubar. Verwunderung über ÖGB-Präsident Katzian

Zahlreiche Studien zeigen, dass sich das Unfallrisiko bei überlangen Arbeitszeiten deutlich erhöht. Genau darauf spielt die „Pflastersteinaktion“ mit dem Grablicht an, wenn auf einen Schild zu lesen ist: „60h Arbeiten ist wie Autofahren ohne Sicherheitsgurt“.

„Daraus einen Mordaufruf zu konstruieren, ist ein billiger und durchschaubarer Kriminalisierungsversuch“, zeigt sich Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG – Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen entsetzt. „Wenn jetzt aber Regierungsvertreter dazu aufrufen, ‚zum demokratischen Diskurs‘ zurückzukehren, dann ist das an Verlogenheit kaum mehr zu überbieten“, so Paiha und stellt fest: „Die Industriellenvereinigung und ihre Regierung haben an jeglicher demokratischen Gepflogenheit und an der Sozialpartnerschaft vorbei dieses Gesetz zum Schaden von Millionen von ArbeitnehmerInnen durchgeboxt.“

Katzians Solidarität erwartet!

Verwundert zeigt sich Paiha über ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian: „Ich bin irritiert über die Reaktion des Kollegen Katzian, auf dieses perfide und durchschaubare Spiel einzusteigen, anstatt die Aktion als das zu benennen, was sie ist: Ein Aufzeigen der gesundheitlichen Bedrohung für ‚Günther den Pflasterer‘ und Millionen anderer KollegInnen durch dieses neue Arbeitszeitgesetz.“

„Es gibt nichts zu distanzieren oder zu verurteilen. Wir werden uns gegen alle Kriminalisierungsversuche zur Wehr setzen. Die AUGE/UG zeigt Solidarität mit den betroffenen KollegInnen“, so Klaudia Paiha abschließend.

Über 100.000 gegen 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche

Am 30. Juni war Großkampftag des ÖGB und der Gewerkschaften. Der Gewerkschaftsbund hatte zur Demonstration gegen 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche gerufen und über 100.000 Menschen waren gefolgt.

Mindestens 30.000 TeilnehmerInnen hatte der ÖGB erwartet. Über 100.000 waren gekommen. Die Demonstration gegen die schwarz-blauen Regierungspläne zur Verlängerung und Ausweitung der Arbeitszeiten war ein voller Erfolg. Laut und bunt war sie, die Demonstration. Mit dabei alle Gewerkschaften und – fast – alle Gewerkschaftsfraktionen. Aber auch Organisationen der Zivilgesellschaft und NGO hatten zum Protest aufgerufen.

Bild: Für die 30-Stunden-Woche. UGlerInnen auf der ÖGB-Demo

Bild: Vorne das AUGE/UG-Leittransparent: „Damit die Arbeit nicht das Leben frisst!“. Der UG-Block auf der Mariahilfer-Straße. Foto: Mario Lechner

Mitten drin natürlich auch die UG – die Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB mit starker AUGE/UG-Beteiligung. „Wir gehen nicht nur gegen 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche auf die Straße, sondern auch für Arbeitszeiten, die sich an den Bedürfnissen der ArbeitnehmerInnen orientieren,“ ließ AUGE/UG schon vor der Großdemo verlauten. Deshalb auch das Leittransparent mit dem Spruch: „Damit die Arbeit nicht das Leben frisst!“, und die Forderung nach einer 30-Stunden-Woche als Gegenentwurf zum 12-Stunden-Tag der Bundesregierung.

Bild: Demo-Start. Die Unabhängigen GewerkschafterInnen sammeln sich am Christian-Broda-Platz. Aus allen Bundesländern sind UG-AktivistInnen gekommen. Foto: Mario Lechner

Bild: Demo-Zug der UG auf der Mariahilferstrasse. Die UGöD ist mit dabei. Foto: Mario Lechner

Die Mobilisierung zur ÖGB-Demo – die Woche zuvor hatten bereits in ganz Österreich Betriebsversammlungen, BetriebsrätInnen-Konferenzen und vereinzelt auch Demonstrationen stattgefunden – war trotz knapper Zeit und Ferienbeginns in Ostösterreich ausgesprochen erfolgreich. Erfolgreich auch die Mobilisierung der UG. Im gemeinsamen Block von AUGE/UG, UGöD, KIV/UG, UGPF und UG-Vida demonstrierten hunderte Menschen für Arbeitszeitverkürzung aber auch gegen Hartz IV und die Kürzung der Mindestsicherung.

Bild: „Mindest-sichern statt arm machen“. UG-Protest gegen Kürzung der Mindestsicherung. Foto: Renate Vodnek

Bild: Für 30 Stundenwoche, gegen Hartz IV und  Kürzungen bei  der Mindestsicherung. Foto: Alev Korun

Wie es bis zur Beschlussfassung im Parlament weitergeht? Nach wir vor finden in allen Bundesländern in hunderten Betrieben Betriebsversammlungen statt. Sollten 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche beschlossen werden, werden über Sommer und vor allem im Herbst, im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen Proteste und Arbeitskämpfe weitergehen. Streiks liegen in der Luft …

Fotos: Mario Lechner, Renate Vodnek, Alev Korun

Weitere Links mit Bildern, Videos zur Demo:

Markus Koza, Bundessekretär der AUGE/UG und UG-Vorsitzender zu 12-Stunden-Tag/60-Stunden-Woche

ÖGB-Fotostrecke zur Demo am 30. Juni

 

 

 

Paiha, AUGE/UG zu 60-Stundenwoche und 12-Stundentag: „48 ist das neue 40!“

40-Stunden-Woche droht zur Farce zu verkommen. AUGE/UG für 30-Stunden-Woche, damit ‚Arbeit nicht das Leben frisst‘

„Werden 60-Stunden-Woche und 12-Stunden-Arbeitstag beschlossen, dann droht die 40-Stunden-Woche zur Farce zu verkommen. Bezugsrahmen für wöchentliche Arbeitszeiten wird die EU-Arbeitszeitrichtlinie. Österreich, das bei den Wochenarbeitszeiten vollzeitbeschäftigter ArbeitnehmerInnen ohnehin schon einen Spitzenplatz einnimmt, wird dann bald uneinholbar, “ warnt Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG – Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen.

Paiha, AUGE/UG zu 60-Stundenwoche und 12-Stundentag: „48 ist das neue 40!“ weiterlesen

AUGE/UG-GewerkschafterInnen: Jetzt geht‘s los – gegen 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche!

Megafon

Am 30. Juni findet in Wien die Großdemo der Gewerkschaften gegen 12-Stundentag und 60-Stundenwoche statt. Zehntausende werden erwartet.

Der Protest findet nicht nur auf der Straße statt. Er wird auch dorthin getragen, wo er hingehört. In die Betriebe:

  •  Österreichweit finden BetriebsrätInnenkonferenzen statt
  • In den Betrieben werden Betriebsversammlungen organisiert

Die Mobilisierung hat begonnen. Und sie wird über den Sommer hinausgehen müssen. Und vermutlich nicht bei Betriebsversammlungen und Demonstrationen stehen bleiben. Mach auch du mit!

 

Wir sagen: Endlich!

Unserer Meinung nach hätte eine breite Informationsphase bereits mit Antritt der Regierung und der Präsentation des Regierungsprogramms starten müssen. Um rasch in die Mobilisierungsphase kommen zu können. Die Pläne waren bekannt. Die arbeitnehmerInnenfeindliche Ausrichtung ebenso.

Aber besser spät als nie!

Jetzt geht‘s darum für den 30. Juni groß zu mobilisieren und in möglichst vielen Betrieben Betriebsversammlungen zu organisieren. Um ein starkes Zeichen gegen die Verlängerung und Ausweitung der Arbeitszeiten, gegen den generellen 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche zu setzen.

Klar ist: Zuallererst gilt es die Angriffe auf die Rechte der ArbeitnehmerInnen, auf ihre Lebensqualität, ihre Gesundheit, ihre Arbeitsbedingungen abzuwehren. Gemeinsam und solidarisch.

Es gilt aber nicht den „Status quo“ zu verteidigen. Längst ist nicht alles in Ordnung. Gar nichts ist in Ordnung: Arbeit und Zeit und damit Einkommen, Arbeitsbelastung, Chancen und soziale Sicherheit sind höchst ungleich verteilt – zwischen Männern und Frauen, zwischen Teil- und Vollzeitbeschäftigten, Menschen mit Arbeit und Erwerbsarbeitslosen. Es geht darum um mehr, als nur die Angriffe von schwarz-blau abzuwehren. Wir wollen ein „gutes Leben für Alle“. Und da gehören kürzere Arbeitszeiten, mehr Freizeit, ein selbstbestimmtes Leben einfach dazu.

Wir arbeiten schließlich um zu leben, nicht umgekehrt!

Darum gehen wir auch dafür am 30. Juni auf die Straße:

  •  Für eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung – für die 30-Stunden-Woche
  •  Für Arbeitszeiten, die sich an den Bedürfnissen der ArbeitnehmerInnen orientieren

Damit die Arbeit nicht das Leben frisst – wir sehen uns spätestens am 30. Juni!
Wir werden viele sein! Und wir werden laut sein!

Glück auf!

Nein zum #12StundenTag!
Nein zur #60StundenWoche!

#30StundenWoche jetzt!

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB bilden bei der Demo am 30. Juni einen eigenen Block. Treffpunkt und – ort: 14.00 Uhr, Ecke Millergasse/Mariahilfer Straße (Christian-Broda-Platz). Hier geht’s zur Facebook-Veranstaltung „UG-Block am 30. Juni“

Unser Folder zum Thema 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche als pdf: Jetzt aber nicht wirklich, oder?

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