Ergebnisse zum Schlagwort: Gesundheit

Antrag 06 / Gentechnikfreiheit im Rahmen des staatlichen Gütesiegels der Argarmarkt Austria (AMA)

der AUGE/UG – Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen zur 168. Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer am 28. November 2019

Antrag einstimmig angenommen

Die 168. Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer möge beschließen:

Die Bundesarbeitskammer spricht sich dafür aus, dass die Gentechnik-Freiheit der Futtermittel bei der Erzeugung tierischer Produkte als Vergabekriterium im AMA-Gesetz festgelegt wird und damit das AMA-Gütesiegel künftig den Erwartungen der Konsument*innen entgegenkommt.

Das AMA-Gütesiegel wird besonders stark als für Konsument*innen verlässliches Qualitätssiegel für Lebensmittel beworben. Derzeit werden in Österreich jedoch etwa Schweine mit dem AMA-Gütesiegel noch immer routinemäßig mit Gentechnik-Futter aus Übersee gemästet. In Brasilien oder Argentinien werden wertvolle Wälder abgeholzt, damit auf den Flächen genmanipuliertes Futtermittel für unsere Schweine angebaut werden kann.
Dass es auch ohne Gentechnik im Futtermittel geht, zeigen bereits mehrere österreichische Branchen: Die österreichische Milchwirtschaft und die österreichischen Eierproduzent*innen füttern seit 2010 komplett ohne Gentechnik. Die heimischen Hühnerfleischproduzent*innen folgten diesem Beispiel im Jahr 2012.
Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace vom Juni 2019 fordern 96 Prozent der Österreicher*innen, dass für tierische Produkte (beispielsweise Fleisch) mit AMA-Gütesiegel künftig keine Gentechnik-Futtermittel verwendet werden dürfen(1). Entsprechende Anträge zur Abänderung des AMA-Gesetzes gab es in der Vergangenheit bereits von den Grünen, der SPÖ und der FPÖ.
Laut AMA-Gesetz §3 (1) 2. hat die AMA im eigenen Wirkungsbereich folgende Aufgaben zu vollziehen:
„Maßnahmen zur Qualitätssteigerung, wie insbesondere Entwicklung und Anwendung von Qualitätsrichtlinien für agrarische Produkte und daraus hergestellte Verarbeitungserzeugnisse“

(1) https://bit.ly/2Xa4xl5

Antrag 05 / Billigfleisch hat seinen Preis – für die Tiere, aber auch für unsere Gesundheit und Umwelt

der AUGE/UG – Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen zur 168. Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer am 28. November 2019

Antrag mehrheitlich angenommen
FSG, ÖAAB: Zustimmung
FA: für Zuweisung

Die 168. Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer möge beschließen:

Die Bundesarbeitskammer spricht sich dafür aus, dass

  • in Einrichtungen der öffentlichen Hand der Fleisch-Anteil bei Speisen an den Empfehlungen der österreichischen Gesellschaft für Ernährung ausgerichtet und ggf. gesenkt wird,
  • in der öffentlichen Beschaffung Tierwohlkriterien stärker berücksichtigt werden, der Anteil an tierischen Produkten, deren Produktion über dem gesetzlichen Tierwohl-Mindeststandard liegen, stetig auszubauen,
  • in Einrichtungen der öffentlichen Hand ausschließlich Speisen angeboten werden, bei denen die tierischen Komponenten nicht mit Hilfe von gentechnisch veränderten Futtermitteln oder mit Futtermitteln aus Regenwaldzerstörung erzeugt wurden,
  • in Einrichtungen der öffentlichen Hand bei Speisen die Herkunft, Haltungsform, Futtermittel und das Tierwohl des Fleischanteils transparent ausgelobt wird. Sollte dies nicht praktikabel sein, ist alternativ die Angabe `aus unbekannter Herkunft´ möglich.

Der Weltklimarat IPCC untersuchte den Zusammenhang zwischen der Landnutzung durch den Menschen und der Klimaerhitzung. Laut dem aktuellen Bericht „Climate Change and Land“ des IPCC sind die Auswirkungen deutlich dramatischer als bisher angenommen: Unser globales Ernährungssystem – allen voran die industrielle Landwirtschaft und Fleischproduktion – ist für rund 37 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich.
Der Fleischkonsum hat sich in den letzten 60 Jahren mehr als verdoppelt, die Land-Flächen wurden in einer in der Geschichte der Menschen beispiellosen Geschwindigkeit in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt. Jedes Jahr verschwinden Tropenwälder von der Größe Sri Lankas, da der Mensch neue Anbauflächen für eine exportorientierte Agrarindustrie schafft. Gleichzeitig schwindet damit die Möglichkeit, große Mengen Kohlendioxid aufzunehmen. Im Amazonas-Regenwald und auch in der Cerrado-Savanne im Südosten Brasiliens werden riesige Wälder vernichtet, die in der Regel zuerst als Weideland und anschließend als Sojafelder genutzt werden.
Die industrielle Fleischproduktion ist durch eine steigende Nachfrage überall auf der Welt auf dem Vormarsch. Auf unseren Tellern landet oft billige, minderwertige Massenware. Für einen gesunden Planeten braucht es jedoch eine deutliche Reduktion des Fleischkonsums und der Nutztierhaltung. Diese wäre auch ein Hebel für mehr Tierwohl und für eine gesündere Ernährung. Gemäß der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung sollten wir, um gesund zu bleiben, nicht mehr als drei Portionen von je 100 bis 150 Gramm Fleisch pro Woche konsumieren. Die Österreicherinnen und Österreicher essen im Schnitt rund 1,2 Kilo Fleisch pro Woche – also etwa das Dreifache.

AUGE/UG-Paiha: Wenn alles zusammenbricht: Pflegerinnen und Pfleger sind Stütze unserer Gesellschaft

Sorgen wir endlich für angemessene Wertschätzung: 35 Stunden-Woche jetzt

„Die jüngsten Ereignisse zeigen es: auf Pflege- und Betreuungspersonal ist Verlass. Wenn niemand mehr in Pflegeheime darf – die PflegerInnen sind dort! Wenn eine Behindertenwohneinrichtung in Quarantäne geschickt wird – das Personal geht freiwillig mit! Auf diese Menschen kann man sich verlassen“, stellt Klaudia Paiha, Bundessprecherin der Alternativen, Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen angesichts der Corona-bedingten Maßnahmen der letzten Tage fest. „Nur, sie brauchen unsere Unterstützung: Sie haben immer noch Arbeitsbedingungen, die unerträglich sind. Sie haben immer noch Einkommen, von denen sie nicht sorgenlos leben können. Geben wir diesen Menschen endlich die Anerkennung, die sie verdienen:
Einkommen, die adäquat sind, Arbeitsbedingungen, unter denen man arbeiten kann!“ Eine 35 Stunden-Woche für Menschen, die permanent psychischen und physischen Extremen ausgesetzt sind, sei das richtige und notwendige Signal, so Paiha weiter.

Paiha fordert die PolitikerInnen als RepräsentantInnen und EntscheidungsträgerInnen, aber auch als Verantwortliche für die Fördermittel, über welche die Sozial- und Gesundheitseinrichtungen finanziert werden, auf: „Unterstützen Sie diese Menschen! Ohne die MitarbeiterInnen in diesem Bereich wäre unsere Gesellschaft aufgeschmissen! Zeigen Sie Ihre Wertschätzung, tun Sie etwas für die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich: 35 Stunden pro Woche sind genug. Unterstützen Sie die Umsetzung der Arbeitszeitverkürzung – jetzt!“

Arbeitszeit: Wünsche & Realität

Als Gewerkschafter ist es mir wichtig, nicht nur die Betriebsebene und die Betriebsrealitäten zu sehen, es ist auch wichtig das Gesamtsystem zu betrachten und zu hinterfragen. Nur so können wir als Arbeiterkammer, Gewerkschaft, ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen unsere sozial-ökologische Verantwortung wahrnehmen. Wenn wir neoliberale Spielregeln als gegeben und in Stein gemeißelt annehmen, dass so Wirtschaft passieren muss, dann haben wir verloren, dann wird das System einfach weiter befeuert.

Die Leistungsidee hinterfragen

Die Leistungsidee ist, in diesem Zusammenhang, generell zu hinterfragen
Die Gesamt-Wirtschaft leistet zu viel. Deshalb müssen Dinge in kürzester Zeit kaputtgehen, damit neue Nachfrage entsteht, wieder Dinge gekauft werden müssen. Nur dann gibt es Wachstum, funktioniert das System. Nur, wenn das System an nachhaltigkeit ausgerichtet ist, nicht an Wachstum, welche Leistung brauchen wir dann? Es würde nur mehr ein Bruchteil übrig bleiben, den wir leisten müssen.
Leisten für eine Kreislaufwirtschaft und die Mitgestaltung sozialer Sicherungssysteme für die Menschen in diesem Land – und für nichts anderes. Also keine Konzerngewinne, Aktienmärkte, etc..
Wir müssen deshalb endlich die Gleichsetzung von Wohlstand mit Wirtschaftswachstum in Frage stellen und das System umgestalten. Das sind Ansätze, die wir uns selbst und unseren Nachkommen schuldig sind. „Es ist reine Pragmatik, dass wir einen radikalen Systemwechsel brauchen und dass wir als ArbeitnehmerInnenvertreterInnen, Arbeiterkammer und Gewerkschaft da eine Verantwortung haben, die wir wahrnehmen müssen. Wir müssen aktiv werden und diesen Wechsel mitgestalten, im Sinne der Arbeitnehmer*innen, der kaum etwas besitzenden Menschen.“

Wirtschaft heute: Wachstum, Wohlstand und Konsum

Wohlstand – das ist für mich gutes Leben, Nachhaltigkeit und damit Überleben, Lebensqualität und Sicherheit. Dass der Wohlstand durch die Industrialisierung, durch Wachstum gestiegen ist, war lange Zeit gut und wichtig. Doch inzwischen grenzt es auch ans Absurde: Wir haben eine eigene Industrie, die uns neue Bedürfnisse schafft. Damit wir uns wohl fühlen, müssen wir etwas Neues kaufen.
Beispiel Umbildung der Autoindustrie: Da geht es nicht mehr darum, wie man Wohlstand und Sicherheit gibt, sondern vielmehr darum, wie sich Massenproduktion und Profite entwickeln können, Gewinne erzielen lassen. Natürlich sind auch die KonsumentInnen in der Verantwortung, wenn sie durch schädliche Kaufentscheidungen, z.B. SUVs, die Lebensbasis auf unserem Planeten mitzerstören. Angebot und Kaufmöglichkeit suggeriert Sicherheit. Die Zerstörung, die damit einhergeht, die Zerstörung unserer Lebensgrundlage, wird außer acht gelassen.

Zu meinem unmittelbaren Arbeitsbereich, dem Sozialbereich:

Leistung versus Qualität?

Im Sozialbereich liegt ein wesentliches Problem darin, dass von den Fördergebern, z.B. vom Land, Vorgaben von Personen kommen, die von Arbeit am Menschen und von Pflege im Sozialbereich keine Ahnung haben.
Da geht’s darum, wie viele Klienten bekommen wir in kürzester Zeit warm, satt und sauber. Und wenn sie das Gefühl haben, da gehen noch fünf rein in unserer Arbeitszeit, dann versuchen sie uns das auch noch aufzubrummen. Im Sozialbereich schätzen die meisten KollegInnen ihre Arbeitsleitung auf 120 % ein, die meisten schauen nicht auf sich selbst. Dabei sollten sie eigentlich so arbeiten, dass sie auch Zeit für die Familie haben, Qualität aus der Freizeit herausholen können, sich nicht überfordern – damit sie gesund und motiviert bis zur Pension gute Arbeit leisten können. Gesetzte und Spielräume, die die Beschäftigten schützen, werden selten genutzt.

Gerade im Pflege- und Gesundheitsbereich sind zwischenmenschliche Beziehungen ein wesentlicher Faktor. Um herauszufinden, was Klienten wirklich brauchen, muss man sich Zeit nehmen, die selten ausreicht. Wenn im Sozialbereich viele menschliche und andere Komponenten aus Zeitdruck nicht geleistet werden können, schadet das den Klienten, aber auch den Beschäftigten: „Da habe ich das Gefühl, ich kann meine Arbeit jetzt nicht in dem Ausmaß erledigen, wie es ein Mensch einem Menschen gegenüber braucht. Das schadet meiner eigenen Psyche, meiner Psychohygiene.“ Durch Arbeitsverdichtung und Leistungsdruck steigen psychische Erkrankungen und Burn Out massiv an und es gibt kaum Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun. Im Gegenteil: der Leistungsdruck nimmt zu, die Leistungsvorgaben werden mehr.

Für Menschen – nicht für Profite

Der Sozialbereich ist ein praktisches Beispiel dafür, dass die Wirtschaft momentan den Profiten, aber nicht mehr dem Menschen dient und uns keine Sicherheit mehr vermittelt. Für mich gibt es kaum einen Lebensbereich, bei dem Demokratie so wenig im Vordergrund steht, wie in der Arbeitswelt. „Wir müssen uns wieder erlauben, uns in die Gestaltung der Wirtschaft, der Arbeitsbedingungen aber auch in die Verteilung von Arbeit und Wohlstand rein zu reklamieren, Damit wir aktiv und mitgestaltend einen radikalen Systemwechsel angehen und uns aktiv im Interesse der Mehrheit der Menschen, nämlich der ArbeitnehmerInnen, einbringen!“

Antrag 7 / Gentechnikfreiheit im Rahmen des staatlichen Gütesiegels der Argarmarkt Austria (AMA)

der AUGE/UG -Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen

zur 173. Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien am 12. November 2019

Antrag mehrheitlich angenommen:
FSG, ÖAAB, GA, Persp., FAIR, ARGE,  GLB, Türkis, Kom., BDFA: ja
FA: für Zuweisung

Die 173. Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien möge beschließen:
Die Arbeiterkammer spricht sich dafür aus, dass die Gentechnik-Freiheit der Futtermittel bei der Erzeugung tierischer Produkte als Vergabekriterium im AMA-Gesetz festgelegt wird und damit das AMA-Gütesiegel künftig den Erwartungen der Konsument*innen entgegenkommt.

Das AMA-Gütesiegel wird besonders stark als für Konsument*innen verlässliches Qualitätssiegel für Lebensmittel beworben. Derzeit werden in Österreich jedoch etwa Schweine mit dem AMA-Gütesiegel noch immer routinemäßig mit Gentechnik-Futter aus Übersee gemästet. In Brasilien oder Argentinien werden wertvolle Wälder abgeholzt, damit auf den Flächen genmanipuliertes Futtermittel für unsere Schweine angebaut werden kann.
Dass es auch ohne Gentechnik im Futtermittel geht, zeigen bereits mehrere österreichische Branchen: Die österreichische Milchwirtschaft und die österreichischen Eierproduzent*innen füttern seit 2010 komplett ohne Gentechnik. Die heimischen Hühnerfleischproduzent*innen folgten diesem Beispiel im Jahr 2012.
Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace vom Juni 2019 fordern 96 Prozent der Österreicher*innen, dass für tierische Produkte (beispielsweise Fleisch) mit AMA-Gütesiegel künftig keine Gentechnik-Futtermittel verwendet werden dürfen(1). Entsprechende Anträge zur Abänderung des AMA-Gesetzes gab es in der Vergangenheit bereits von den Grünen, der SPÖ und der FPÖ.
Laut AMA-Gesetz §3 (1) 2. hat die AMA im eigenen Wirkungsbereich folgende Aufgaben zu vollziehen:
„Maßnahmen zur Qualitätssteigerung, wie insbesondere Entwicklung und Anwendung von Qualitätsrichtlinien für agrarische Produkte und daraus hergestellte Verarbeitungserzeugnisse“

(1) https://bit.ly/2Xa4xl5