Ergebnisse zum Schlagwort: Hartz IV

AUGE/UG, Paiha: „Mindestsicherung verkommt zu Mini-Sicherung!“

Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen für Umbau der Mindestsicherung in bedarfs- und lebenslagenorientierte Grundsicherung.

„Mit den Regierungsplänen droht die Mindestsicherung nun endgültig zu einer Minisicherung zu verkommen. Statt Recht auf Ausbildung und Qualifikation gibt es Teilhabepflicht, statt Perspektiven mehr Sanktionen, statt Armutsbekämpfung Kürzungen bei Mehr-Kind-Familien und das alles aufgeladen mit einer ordentlichen Portion Fremdenfeindlichkeit. Damit lässt sich kein zukunftsfähiger Sozialstaat machen. Damit ist der Weg in noch mehr gesellschaftliche Spaltung, noch mehr Prekarisierung und noch weniger Chancengerechtigkeit vorgezeichnet,“ warnt Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG – Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen angesichts der heute vorgestellten Mindestsicherungs-Reformpläne der schwarz-blauen Bundesregierung.

Mini-Sicherung erhöht Armutsgefährdung im Fall von Hartz IV auf österreichisch!

Bestätigt fühlt sich AUGE/UG-Sprecherin Paiha mit ihren Warnungen vor einer Abschaffung der Notstandshilfe und Ersatz durch diese Minisicherung: „Nicht nur dass auf Erspartes zugegriffen wird, steigt mit den Kürzungen bei der Mindestsicherung auch die Armutsgefahr bei Mehrkindfamilien im Falle längerer Arbeitslosigkeit. In Verbindung mit der im Regierungsprogramm angekündigten Arbeitsverpflichtung droht zusätzlich die Zuweisung in Niedriglohnjobs und die Verdrängung regulär Beschäftigter durch Zwangsverpflichtete. Damit würden Arbeitsbedingungen, Löhne und Arbeitsrechte unter Druck geraten,“ so Paiha weiter.

Solidarische Grundsicherung statt Mini-Sicherung

„Statt einer populistischen Neid- und Kürzungsdebatte auf dem Rücken der Ärmsten in unserer Gesellschaft, brauchen wir endlich eine seriöse Debatte über die Zukunft unserer sozialen Sicherungssysteme,“ fordert Paiha. „Von einer rechtsgerichteten Regierung, die unter Sozialpolitik bislang nur Kürzen, Streichen und Umfärben verstanden hat, ist da allerdings wenig zu erwarten.“

Dabei lägen angesichts fortschreitender Digitalisierung und immer instabiler werdender Arbeitsverhältnisse die Herausforderungen an ein modernes Sozialsystem auf der Hand, fordert Paiha den Umbau der Mindestsicherung in eine bedarfs- und lebenslagenorientierte, solidarische Grundsicherung: „Wir brauchen ein soziales Sicherungssystem, das in allen Lebenslagen vor Armut schützt und gleichzeitig eine finanzielle Absicherung bei Qualifikation, Weiterbildung und beruflicher Umorientierung garantiert. Wir brauchen ein soziales Sicherungssystem, das Rechtsansprüche auf berufliche Auszeiten bei Pflege, Betreuung aber auch zur Burn-Out-Prävention sichert, ohne Angst haben zu müssen, dass auf Erspartes, das Eigenheim oder das Auto zugegriffen wird.“ Es brauche ein System sozialer Sicherheit, das sich an den Bedürfnissen der ArbeitnehmerInnen und den arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen orientiert. Es dürfe nicht zu einer Privatisierung der Gewinne bei gleichzeitiger Vergesellschaftung der Kosten – wie höherer Arbeitslosigkeit, steigender Armut – kommen, warnt die AUGE/UG-Bundessprecherin.

Paiha abschließend: „Recht statt Almosen, Schutz statt Prekarisierung und Perspektiven statt Schikanen. Darin liegt die Zukunft sozialer Sicherheit. Die schwarz-blaue Minisicherung ist dagegen ein rückwärtsgewandtes Konzept, das keinerlei Beitrag zur Lösung künftiger Herausforderungen bietet. Es ist so retro wie die Regierung selbst.“

 

Link: AUGE/UG: Für eine bedarfs- und lebenslagenorientierte Grundsicherung (aus 2016)

AUGE/UG, Paiha zum ‚Tag der Arbeitslosen‘: „Nein zu Hartz IV auf österreichisch!“

Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen für Arbeitsmarktpolitik die hilft und unterstützt, statt straft und demütigt.

Der diesjährige der ‚Tag der Arbeitslosen‘ am 30. April steht für die AUGE/UG-Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen ganz im Zeichen der drohenden Abschaffung der Notstandshilfe. „Trotz konjunktureller Erholung ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor hoch und deutlich über dem Vorkrisenniveau. Genau jetzt bräuchte es nachhaltig wirkende Qualifikations- und Bildungsmaßnahmen und für besonders benachteiligte Gruppen zugeschneiderte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen – wie etwa die Aktion 20.000 eine war.

Was macht die Regierung stattdessen? Sie kürzt AMS-Mittel für ältere Arbeitslose und Integration und will eine Österreich-Variante von Hartz IV umsetzen,“ warnt Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG vor den Regierungsplänen.

Hartz IV auf österreichisch droht härter zu werden als deutsches Vorbild!

Hartz IV in der Österreichvariante – also die geplante Abschaffung der Notstandshilfe und Umstellung auf Mindestsicherung – wäre dabei noch härter als das deutsche Vorbild. „In Österreich müssen Sparbücher, Bausparverträge, Lebensversicherung aber auch das Auto bis zu einem Gesamtwert von rund 4.300 Euro verwertet werden um Mindestsicherung zu erhalten. In Deutschland sind die Freibeträge für Erspartes und das Auto deutlich höher,“ so Paiha. Die von FPÖ und ÖVP angekündigten Verschärfungen bei der Mindestsicherung – von Deckelung auf 1.500 Euro bis Arbeitspflicht – würden die Situation für Arbeitslose noch zusätzlich verschlechtern. „Hartz IV in Deutschland hat Arbeitssuchenden Würde und Perspektiven geraubt. Die Armutsgefährdung Arbeitsloser in Deutschland ist ‚Dank‘ Hartz IV mit 70 Prozent die höchste Europas. Hartz IV hat zu einer Stigmatisierung der Betroffenen und zu einer Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit geführt. Hartz IV ist definitiv kein Vorbild für Österreich.“

Für eine Arbeitsmarktpolitik, die unterstützt und hilft

Statt Leistungen zu kürzen und Perspektiven zu rauben, müsse die Arbeitsmarktpolitik unterstützen und helfen. „Auch in Österreich sind fast die Hälfte der Arbeitslosen armutsgefährdet. Wir brauchen zuallererst Leistungen, die gegen Armut schützen, sowie eine Rechtsanspruch auf Qualifikation und Weiterbildung für alle Arbeitslosen. Was wir sicher nicht brauchen, ist Hartz IV,“ fordert AUGE/UG-Sprecherin Paiha. Auch müssten AMS-Maßnahmen für Langzeit- und ältere Arbeitslose – wie die Aktion 20.000 – wieder aufgenommen werden und sozial-ökonomische Beschäftigungsprojekte nachhaltig finanziell abgesichert werden: „Betroffene müssen in diesen Projekten längere Beschäftigungsmöglichkeiten erhalten, nach Kollektivvertrag entlohnt werden und eine entsprechende Betreuung und Beratung erhalten.“

Zuletzt fordert Paiha am ‚Tag der Arbeitslosen‘ die Einrichtung einer unabhängigen und weisungsungebundenen Arbeitslosen- und Sozialanwaltschaft: „Statt arbeitsuchende Menschen – wie über Hartz IV in der Österreichvariante von Schwarz-Blau geplant – weiter zu entrechten und noch mehr unter Druck zu setzen, braucht es endlich eine unabhängige Arbeitslosen- und Sozialanwaltschaft, die die Interessen der von Armut und Arbeitslosigkeit Betroffenen gegenüber AMS, Behörden und Politik vertritt. Gerade in Zeiten fortschreitenden Sozialabbaus und unverhohlener Diffamierungen arbeitsloser und armer Menschen ist eine derartige Einrichtung notwendiger denn je.“

Mach mit! Jetzt aktiv werden gegen Hartz IV auf österreichisch: Schreib an die Sozial- aund Arbeitsministerin! …

30.4. Tag der Arbeitslosen – AUGE Stmk Kundgebung

Am Vortag des 1. Mai machen wir auf die zunehmend schwierige Situation von Menschen ohne Erwerbsarbeit aufmerksam. Die drohenden zusätzlichen Schikanen und die Ausgrenzung von Arbeitslosen durch die aktuelle Regierung erhöhen auch den Druck auf jene, die noch Erwerbsarbeit haben.

Folgen des Sozialabbaus

Folgen des Abbaus der sozialen Sicherung können in Deutschland beobachtet werden, wo bereits Anfang der 2000er mit den Hartz IV Gesetzen die Chancen auf ein würdiges Leben für Arbeitslose eingeschränkt wurden. Hartz IV hat in Deutschland nicht nur zu mehr Armut, sondern auch zu einer massiven Ausweitung des Niedriglohnsektors geführt. Und: wer einmal Hartz IV bezieht, kommt kaum mehr raus. Hartz IV ist längst ein Synonym für Sozialabbau, Niedriglöhne, Armut, Perspektivenlosigkeit und Stigmatisierung geworden. In Deutschland wird daher bereits ernsthaft über eine Ausstieg und eine Reform von Hartz IV diskutiert.

In Österreich will die schwarz-blaue Regierung dagegen Arbeitsmarktreformen nach dem Vorbild Hartz IV umsetzen. Hartz IV auf „österreichisch“ droht dabei noch härter zu werden, als sein deutschen Pendant.

Kundgebungen am Tag der Arbeitslosen

Am Tag der Arbeitslosen werden AUGE AktivistInnen und KammerätInnen von 15:00 bis 18:00 mit einer Kundgebung PassantInnen am Jakominiplatz zum Thema „Hartz IV auf österreichisch“ informieren und zum Widerstand gegen den Abbau der sozialen Sicherung aufrufen.
Dazu werden wir unter anderem den neuen Folder „Boah, und das bei uns?“ unter die Leute bringen.
Hinkommen – mitdiskutieren!

Mo, 30. April, 15 – 18 Uhr
Graz, Jakominiplatz, nördlich beim Schuhgeschäft

Am Vormittag zwischen 10 und 12 Uhr ruft die Arbeitslosen-Initiative AMSEL vor dem AMS in der Niesenbergergasse ebenfalls zu einer Kundgebung zum Thema „Nein zu Hartz IV“ auf. Mehr dazu hier.

Rückfragehinweis:
auge.stmk@eyecatch.at

Tel: 0664 390 18 58

Jetzt aktiv werden gegen „Hartz IV“ auf österreichisch!

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