Ergebnisse zum Schlagwort: Integration/Migration

AUGE/UG: „Menschenfeindliches Programm der Kurz-ÖVP hat Obergrenze der Geschmacklosigkeit erreicht!“

Arbeitspflicht für Flüchtlinge ist institutionalisiertes Lohn- und Sozialdumping

Gestern hat die Kurz-ÖVP den dritten Teil des Wahlprogramms „Ordnung und Sicherheit“ vorgestellt. Unter anderem fordert die Kurz-ÖVP darin Arbeitspflicht für AsylwerberInnen. Auf heftige Kritik stoßen die türkisen Pläne bei den Alternativen, Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen – AUGE/UG. Markus Koza, Bundessekretär der AUGE/UG: „Wenn Kurz und seine Partei AsylwerberInnen für 40 Euro Taschengeld zum Zwangsdienst verdonnern will, ist das nicht nur ein neuer Höhepunkt an Erniedrigung und Repression. Es ist auch nichts anderes, als institutionalisiertes Lohn- und Sozialdumping und die bewusste Aushöhlung von Arbeits- und Menschenrechten. Derartige Ideen auch noch als ‚Leistung für Gegenleistung‘ zu verkaufen – da ist wirklich die Obergrenze der Geschmacklosigkeit erreicht!“

Klares gewerkschaftliches NEIN zu Zwangsdiensten und Pflichtarbeit

AUGE/UG-Gewerkschafter Koza weiter: “Wir müssen AsylwerberInnen tatsächlich Perspektiven auf eine bessere Zukunft bieten. Dazu braucht es die Öffnung des Arbeitsmarkt für AsylwerberInnen, damit diese einer regulären, arbeits- und sozialrechtlich abgesicherten Beschäftigung nachgehen können. Nach Kollektivverträgen bezahlt, nicht mit einem Taschengeld abgespeist.” Koza verweist in diesem Zusammenhang auf die auch von zahlreichen GewerkschafterInnen, PolitikerInnen und MenschenrechtsaktivistInnen unterstützte Kampagne “Zugang Jetzt”, der Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender. “Mit Zwangsdiensten werden weder Perspektiven geschaffen, noch Integration ermöglicht. Dafür so ziemlich jeder arbeitsrechtliche Standard unterlaufen und reguläre durch irreguläre Beschäftigung ersetzt.”

Europa trägt Mitverantwortung für Fluchtbewegungen

Ein klare Absage erteilt die AUGE/UG auch an ÖVP-Pläne „die Obergrenze auf null setzen“ und Geflüchtete in Flüchtlingslager in Nordafrika oder in einen Drittstaat abzuschieben. „Europa trägt entscheiden Mitverantwortung dafür, dass Menschen vor Kriegen, vor den Folgen des Klimawandels und dem damit verbundenen Elend auf der Flucht sind.” Wer Flucht tatsächlich verhindern will, muss die Fluchtursachen bekämpfen – Waffenexporte stoppen, ausreichend Hilfe vor Ort sicher stellen, beim Aufbau demokratischer Strukturen helfen, Klimaschutzmaßnahmen setzen und über fairen Handel Perspektiven für die Menschen vor Ort schaffen.

Koza abschließend: “Gerade als GewerkschafterInnen müssen wir uns gegen jeden Versuch stellen, sozial- und arbeitsrechtliche Standards zu unterlaufen und einzelne Gruppen von Beschäftigten zu entrechten – weil die Entrechtung nicht bei diesen stehen bleiben wird. Das Kurz-ÖVP-Wahlprogramm zeigt jedenfalls, dass es vollkommen gleichgültig ist, wie sich die Volkspartei gerade einfärbt – es schimmert inzwischen immer ein dunkles Blau durch.”

AUGE/UG Spezialschulung „Gerechte Vertretung migrantischer ArbeitnehmerInnen in der Belegschaft“

Wann: 6. Oktober 2017, 18 – 20.00 Uhr
Ort: AUGE/UG Büro, Belvederegasse 10, 1040 Wien
Referent: Mesut Kimsesiz

Viele Unternehmen in Österreich haben einen hohen Anteil von MitarbeiterInnen mit Migrationshintergrund. Häufig werden die Bedürfnisse dieser KollegInnen durch die BetriebsrätInnen zu wenig wahrgenommen und dadurch auch nicht ausreichend vertreten. In zahlreichen Betriebsrats-Gremien gibt es keine BetriebsrätInnen mit Migrationshintergrund, auch wenn große Teile der Belegschaft MigrantInnen sind.

In einigen Betrieben aber funktioniert die Vertretung von MigrantInnen sehr gut, dort sind KollegInnen mit Migrationshintergrund auch selbst Mitglieder der Gremien.

Über dieses Thema wird uns Betriebsrat und Arbeiterkammerrat Mesut Kimsesiz sein Projekt für eine gerechte Vertretung der Mitarbeiterinnen mit Migrationshintergrund präsentieren.

Die Zielgruppe sind BetriebsrätInnen, ErsatzbetriebsrätInnen und an der Thematik Interessierte.

Um Anmeldung wird gebeten! (mail: auge@ug-oegb.at, Tel: 01/505 19 52)

AUGE/UG zu 1. März, ‚MigrantInnenstreik‘: „Wer in Österreich lebt, muss hier arbeiten dürfen – ‚illegale‘ Beschäftigungsverhältnisse endlich ‚legalisieren‘!“

, MigrantInnenstreik

 

Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen fordern Harmonisierung von Aufenthalts- und Beschäftigungsbewilligung sowie Zugang zu Arbeitsmarkt für AsylwerberInnen

„Wer unter dem Vorwand, den ‚heimischen‘ Arbeitsmarkt zu schützen, Menschen mit nicht-österreichischer StaatsbürgerInnenschaft entrechtet und ihnen den Zugang zu legaler Beschäftigung verwehrt, unterstützt in Wirklichkeit die Entstehung eines informellen Arbeitsmarkts und bewirkt entsprechend die Hintertreibung von sozialen Rechte, Mindestlohnregelungen und arbeitsrechtlichen Schutzbestimmungen – wer hier lebt, muss hier arbeiten dürfen! Das ist der wirksamste Schutz gegen Lohn- und Sozialdumping, Prekarisierung der Arbeit und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen,“ fordert Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG – Alternative und Grüne GewerkchafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen angesichts des heutigen Aktionstags ‚MigrantInnenstreik‘.

Entsprechend gilt es auch, für AsylwerberInnen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu öffnen und endlich ein humanitäres Bleiberecht zu verwirklichen: „AsylwerberInnen werden über Jahre hinweg zum Nichtstun verurteilt und in illegale Beschäftigungsverhältnisse gedrängt, gleichzeitig werden sie für Lohn- und Sozialdumping verantwortlich gemacht und von der extremen Rechten als ‚Sozialschmarotzer‘ hingestellt. Das ist schäbigste und verlogene Politik auf dem Rücken von Schutzbedürftigen! Wer weiter die Entrechtung von MigrantInnen aufrecht hält und die Gleichstellung von in- wie ausländischen ArbeitnehmerInnen verhindert, betreibt Politik auf Kosten der ArbeitnehmerInnen insgesamt und das Geschäft der extremen Rechten,“ warnt Paiha. Entsprechend seien Aktionen wie der ‚MigrantInnenstreik‘ auf jeden Fall unterstützenswert, nicht zuletzt, um sichtbar zu machen, wo MigrantInnen arbeiten und wie wenig MigrantInnen aus der Arbeitswelt wegzudenken sind, „mögen die rechtsextremen Propagandisten auch anderes behaupten.“

Nachholbedarf auch bei Gewerkschaften

Nachholbedarf hinsichtlich des ’sichtbar Machens‘ von MigrantInnen bestünde nach wie vor auch bei den Gewerkschaften: „Die Zusammensetzung von gewerkschaftlichen Gremien entspricht nicht ansatzweise dem Anteil von MigrantInnen in der Arbeitswelt. Nach wie vor gibt es in gewerkschaftlichen Spitzenfunktionen kaum GewerkschafterInnen mit unmittelbarem Migationshintergrund. Erst seit wenigen Jahren können auch Nicht-ÖsterreicherInnen zu Betriebsräten gewählt werden, was erst durch eine entsprechende Klage der AUGE/UG vor dem europäischen Gerichtshof ermöglicht wurde“, erinnert Paiha. Auch wenn sich in den Gewerkschaften bereits einiges an Einstellung gegenüber Migration und MigrantInnen geändert habe: „Auch die Gewerkschaften und ihre Fraktionen sind noch nicht endgültig in einer von Migration und MigrantInnen mitgeprägten Gesellschaft angekommen,“ schließt Paiha durchaus auch selbstkritisch.

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