Ergebnisse zum Schlagwort: Soziale Dienste und Pflege

Antrag 04 / P-Schema auch für KollegInnen im Außendienst

der AUGE/UG – Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen zur 168. Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer am 28. November 2019

Antrag mehrheitlich abgelehnt
FA: für Zuweisung
FSG, ÖAAB: Ablehnung

Die 168. Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer möge beschließen:

Die Bundesarbeitskammer setzt sich für eine gleiche Entlohnung der KollegInnen im extramuralen Bereich ein.

Die Stadt Wien führt in Kooperation mit der Wiener Gebietskrankenkasse und den niedergelassenen Ärzt*innen seit Jahrzehnten medizinische Hauskrankenpflege durch. Die Tätigkeit der Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen ist in der Hauskrankenpflege fachlich besonders anspruchsvoll, da die Kolleg*innen weitgehend auf sich allein gestellt tätig sind und nicht, wie im Krankenhaus, auf die Unterstützung eines Pflegeteams, eines ärztlichen Teams und auf eine medizinisch-pflegerische technische Ausstattung zurückgreifen können. Der hohe Anspruch an die fachliche Expertise der Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen in der medizinischen Hauskrankenpflege zeigt sich auch darin, dass jahrelange Tätigkeit im Krankenhaus eine Zugangsvoraussetzung für die Berechtigung zur Hauskrankenpflege ist. Die Medizinische Hauskrankenpflege befand sich in Wien immer im Bereich der Hauptgruppe I(1), wobei ein beträchtlicher Teil der Leistung als spitalsersetzende Maßnahme definiert ist.

Nun plant die Stadt Wien, in Kürze für Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, die vor 1.1.2018 in die Stadt Wien eingetreten sind, das K-Schema durch ein besser dotiertes P-Schema zu ersetzen – allerdings nur für Mitarbeiter*innen der Hauptgruppe II, also des Wiener Krankenanstaltenverbundes. Dies bedeutet, dass Mitarbeiter*innen des Magistrats der Stadt Wien, die aufgrund derselben Qualifikation nach gleich vielen Dienstjahren eine vergleichbare Leistung erbringen, ungleich behandelt werden.
Das Problem der Ungleichbehandlung gilt analog auch für Diplomierte Krankenpflegepersonen, die in anderen Aufgabengebieten des Magistrats der Stadt Wien und des Fonds Soziales Wien tätig sind.

Der Unterschied zwischen dem K- und dem P-Schema liegt bei monatlich durchschnittlich € 270,-.

Es ist zu erwarten, dass diese deutlich unterschiedliche Bezahlung einen hohen Konkurrenzdruck zwischen dem stationären und mobilen Bereich schaffen wird, den der mobile Bereich – also die mobile Hauskrankenpflege – nur verlieren kann: Es werden Personen aus der Hauskrankenpflege in den stationären Bereich wechseln, was die jetzt schon äußerst angespannte Personalsituation in der mobilen Hauskrankenpflege weiter verschärfen und in der Folge eine Gefährdung der Existenz dieser wichtigen Dienstleistung der Stadt Wien nach sich ziehen wird.

(1) Medizinische Hauskrankenpflege war zunächst bei der MA 15 angesiedelt, wurde in den 1980er Jahren von der MA 12 bzw. von der MA 47 durchgeführt und ist seit 2004 der FSW-Wiener Pflege- und Betreuungsdienste GmbH zugeordnet.

Antrag 01 / Berufsgesetz für Sozialarbeit

der AUGE/UG – Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen zur 168. Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer am 28. November 2019

Antrag mehrheitlich abgelehnt
FA: für Zuweisung
FSG, ÖAAB: Ablehnung

Die Bundesarbeitskammer möge beschließen:

Die Bundesarbeitskammer fordert von der Bundesregierung ein Berufsgesetz für Soziale Arbeit.

Bereits 2014 haben wir uns in einer Resolution für eine zeitgemäße Sozialarbeit und für ein entsprechendes Berufsgesetz für SozialarbeiterInnen ausgesprochen. Seither hat es manche Bemühungen in diese Richtung gegeben, jedoch ohne sichtbares Ergebnis.
Im vergangenen Jahr ist dieser Missstand wieder besonders deutlich geworden. Als die Gesundheitsberufe registriert wurden, war die Soziale Arbeit ausgenommen. Die Begründung lautete: Sie würden unter keinerlei gesetzlichen Bestimmungen fallen.
Die gesetzliche Absicherung der Sozialen Arbeit mit einem Berufsgesetz für Sozialarbeit/Sozialpädagogik ist überfällig.
Menschen, die durch ihre Berufswahl hauptberuflich in der Sozialen Arbeit tätig sind, müssen eine hohe Qualifikation mitbringen. Dazu gehört ein Fachhochschulstudium, das neben berufsspezifischen Inhalten (Methoden, Sozialarbeits-Wissenschaft etc.) Psychologie, Soziologie, Rechtsfächer etc. beinhaltet. Hinzu kommt noch ein hoher Anteil an Praxis und Selbstreflexion.
Selbstverständlich arbeitet die Soziale Arbeit mit allen benachbarten Sozial- und Gesundheitsberufen zusammen. Die Praxis, SozialarbeiterInnen durch Personen mit kürzeren Ausbildungsprofilen bzw. einfach durch Menschen mit sozialer Einstellung und Menschenverstand zu ersetzen, ist im Interesse der Bevölkerung und der Berufsgruppe jedenfalls abzulehnen. Ein Berufsgesetz muss Qualitätsstandards festlegen, die Verschwiegenheitspflicht regeln, den Berufsschutz sichern, berufsethische Standards festlegen etc.

AUGE/UG Salzburg fordert gleiche Behandlung bei Covid-Gefahrenzulage an den Landeskliniken

Salzburg, 07.05.2020

 

AUGE/UG Salzburg fordert gleiche Behandlung bei Covid-Gefahrenzulage an den Landeskliniken


Klaus Brandhuber: Ist die Gesundheit von Pflegekräften weniger wert als die von Ärztinnen und Ärzten?

 

Die speziellen Herausforderungen durch das Coronavirus führten für die MitarbeiterInnen der Salzburger Landeskliniken, die im Covid-Bereich arbeiten, zu extremen Risiken und Belastungen.

Um dazu einen Ausgleich zu schaffen, wurde Anfang April ein spezielles Zulagenmodell zur „Gefahrenabgeltung“ beschlossen. Das Modell sieht vor, dass Pflegeassistenzkräfte 200 Euro im Monat zusätzlich erhalten. Diplomierte Kräfte bekommen 400 Euro im Monat. Ärztinnen und Ärzte erhalten bis zu 140 Euro – für jeden einzelnen Dienst.

Klaus Brandhuber, Landessprecher der AUGE/UG, dazu: „Obwohl die Gefahr für alle gleich groß ist, wird hier streng hierarchisch nach Berufsgruppen unterschieden. Ist die Gesundheit von Pflegekräften weniger wert als die von Ärztinnen und Ärzten?“ Gerade in der momentanen Situation zeige sich, wie wichtig jede einzelne Berufsgruppe für unsere medizinischen und sozialen Systeme ist. „Ein Modell mit unterschiedlich hohen Risiko-Zulagen basiert auf einem Menschenbild, das ich nicht nachvollziehen kann“, so Brandhuber.

 

Kontakt:

Klaus Brandhuber
klaus.brandhuber@auge.or.at
Tel: 0660 / 653 27 66

 

 

Neues Angebot der Arbeitgeber im Sozial- und Gesundheitsbereich unannehmbar

Arbeitszeitverkürzung auf 35-Stundenwoche ist ein Muss. 

“Die MitarbeiterInnen im Sozial-, Gesundheits- und Pflegebereich leisten Unglaubliches. Nicht nur in Zeiten der Krise, aber auch und gerade jetzt”, so Stefan Taibl, Betriebsrat in einem sozialpsychiatrischen Betrieb, Vertreter der AUGE/UG – Alternativen, Grünen und Unabhängigen GewerkschafteInnen im Kollektivvertragsgremium der Gewerkschaft. “Allen ist klar, dass die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten unzumutbar sind, dass Löhne bezahlt werden, die zum Leben nicht reichen. Aber die Arbeitgeber und die Politik rühren kein Ohrwaschel, um das zu verbessern. Die Forderung der Gewerkschaft nach einer Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden pro Woche würde mit einem Schlag Löhne und Arbeitsbedingungen verbessern.”

AUGE/UG warnt vor einem Abschluss und dessen negativen Folgen

“Das neue Angebot der Arbeitgeber im Sozial- und Gesundheitsbereich ist eine unannehmbare Frechheit. So schlagen die Arbeitgeber eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,7 Prozent vor und ab 1.1.2021 sollen die Löhne und Gehälter nur noch um die durchschnittliche Inflationsrate von November 2019 bis Oktober plus 0,6% angehoben werden. Eine Arbeitszeitverkürzung von gerademal einer Stunde soll ab 1.1.2022 kommen. Die nächsten Verhandlungen sollen überhaupt erst wieder im Herbst 2022 für das Jahr 2023 stattfinden – “Drei-Jahres-Pakt” nennen das die Arbeitgeber”, empört sich Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG. Die Arbeitgeber hätten die Pandemie – eine Zeit, wo die Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitsbereich keinen Arbeitskampf führen können – schamlos ausgenutzt.

“Wenn die Gewerkschaft das jetzige Angebot annimmt, wären drei Jahre des Arbeitskampfes, der Vorbereitungen, der Verhandlungen und Streiks verloren gegangen. Das wäre eine Bankrotterklärung”, so Taibl

Vom Applaus kann keiner leben

Die MitarbeiterInnen im Sozial-, Gesundheits- und Pflegebereich kümmern sich um die gefährdeten Gruppen genauso wie um die Erkrankten. Mit Risiko für die eigenen Gesundheit, mit aller Flexibilität, die diese Betreuung gerade jetzt erfordert. “Wir sind da und einsatzbereit, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Wir lassen die Menschen nicht im Stich, so gehen zum Beispiel MitarbeiterInnen im Behindertenbereich freiwillig mit in Quarantäne, um ihre KlientInnen weiter zu versorgen. Aber die Arbeitgeber und die Politik lassen diese Menschen im Stich. Die Politik lobt zwar unseren Einsatz, spendet Applaus, aber zur konkreten Verbesserung der Arbeitsbedingungen trägt sie nichts bei. Vom Applaus können die Beschäftigten keine Lebenshaltungskosten zahlen!”, so Taibl abschließend.

AUGE/UG-Taibl: „Politik und Arbeitgeber, macht endlich etwas für die Menschen im Gesundheits- und Sozialbereich!“

MitarbeiterInnen trotz verschärfter Bedingungen immer noch ohne KV-Anpassung. Schöne Worte gibt es – das reicht nicht zum Leben.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten gerade jetzt unter zusätzlich erschwerten Bedingungen und unter hohem persönlichen Risiko – wir erwarten von Arbeitgeberseite und Politik umgehend deutliche Signale für eine adäquate Anpassung!“, fordert Stefan Taibl, AUGE/UG-Vertreter im Kollektivvertrags-Verhandlungsteam der Sozialwirtschaft, die Verantwortlichen auf, den lobenden Worten endlich auch entsprechende Taten folgen zu lassen.

Der Pflege- und Sozialbereich ist eine der wichtigsten Stützen unserer Gesellschaft. Das zeigt sich gerade jetzt. Dennoch liegen laut Einkommensbericht der Statistik Austria die Einkommen 17 % unter dem Durchschnittslohn der Privatbeschäftigten. Bei Arbeitsbedingungen, die höchst belastend sind.

In Frankreich und anderen Ländern versammeln sich die Menschen jeden Tag um diesen Berufsgruppen, aus ihrer Quarantäne heraus, zu applaudieren. Warum? Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter riskieren ihre Gesundheit und Leben – jeden Tag.

„Wir erwarten uns von der Politik und den Arbeitgebern, dass diesen Menschen ihre Leistung fair abgegolten wird! Auch, wenn es derzeit keine Verhandlungen gibt. Denn die Beschäftigten stehen zu ihrer Verantwortung – immer und gerade jetzt. Es ist Verantwortung der Arbeitgeber und der Politik, gerade jetzt, die Einkommen und Arbeitsbedingungen wirklich und spürbar zu verbessern!“, so Taibl, der selbst Betriebsrat im Gesundheitsbereich ist. „Diese Berufe stehen für Menschlichkeit, Würde, Hilfsbereitschaft – geben wir den Beschäftigten die Anerkennung, die ihnen ein Leben und Arbeiten in Würde ermöglicht. Gerade jetzt!“

Taibl abschließend: „An alle Arbeitgeber und die Politik: macht ein Angebot, das die Einkommen und Arbeitsbedingungen wirklich verbessert. Ihr braucht uns. Wir sind da. Wir brauchen auch etwas von Euch. Wir schauen auf euch, schaut ihr auf uns!“