
Die neue Regierung plant gravierende Eingriffe in das Pensionssystem Österreichs. Im Mittelpunkt stehen Länger- und Mehrarbeiten als Maßnahmen zur Budgeteinsparung. Hintergrund ist das immense Budgetloch von über 18 Milliarden Euro, das in den nächsten sieben Jahren geschlossen werden soll. Sollte sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern, drohen sogar noch drastischere Einschnitte.
Wir, die unabhängigen Gewerkschafterinnen von AUGE/UG Kärnten, lehnen diese Maßnahmen strikt ab und appellieren an die Bundesregierung, diese Vorhaben sofort zu stoppen!
Erhöhung des Pensionsantrittsalters
Besonders umstritten ist die geplante Verschärfung der Korridorpension. So soll das Antrittsalter von 62 auf 63 Jahre steigen und die erforderlichen Versicherungsjahre von 40 auf 42 Jahre erhöht werden. Diese Reform trifft viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hart und schiebt den wohlverdienten Ruhestand weiter hinaus.
Unser Standpunkt ist klar: Wer später in Pension gehen möchte, soll dies freiwillig tun können – eine starre Altersgrenze lehnen wir entschieden ab. 480 Versicherungsmonate sind genug!
Konkrete Auswirkungen auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Laut der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) gingen 2024 rund 10.720 Personen in Korridorpension. Von diesen waren 6.382 bereits mit 62 Jahren im Ruhestand. Diese Menschen wären direkt von der geplanten Reform betroffen, da sie ein weiteres Jahr arbeiten müssten. Zudem würde die Erhöhung der Versicherungsjahre auf 42 für viele eine zusätzliche Hürde darstellen.
Im Jahr 2023 sind insgesamt 88.425 Menschen in Pension gegangen. 22.172 davon hatten über 45 Versicherungsjahre, 17.653 hatten zwischen 42,5 und 45 Jahre. Das bedeutet, dass über 48.000 Menschen keinen Anspruch mehr auf eine Korridorpension hätten.
Kaum Einsparungen – aber große Belastung für die Menschen
Die Agenda Austria rechnet damit, dass die Reform jährlich etwa 270 Millionen Euro an Einsparungen bringt, sobald sie bis 2028 vollständig umgesetzt ist. Im Vergleich zu den gesamten Pensionsausgaben des Bundes von rund 30 Milliarden Euro pro Jahr ist diese Ersparnis jedoch minimal. Langfristig, wenn auch Frauen betroffen sind, könnte die Ersparnis bei 600 bis 700 Millionen Euro pro Jahr liegen.
Doch welchen Preis zahlen die Menschen dafür? Viele werden nicht die notwendigen 480 Versicherungsmonate erreichen und somit keinen Anspruch auf eine Korridorpension haben. Das bedeutet finanzielle Unsicherheit und eine erhebliche Mehrbelastung für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Unser Appell an die Bundesregierung
Wir fordern ein Ende dieser unsozialen und menschenfeindlichen Pensionspolitik. 480 Versicherungsmonate sind genug! Lassen Sie die Menschen selbst entscheiden, wann sie in Pension gehen.
Nein zu Zwangsarbeit im Alter – Ja zu einer gerechten Pension für alle!