Alle Beiträge von AUGE UG

AUGE/UG zum Tag der Arbeitslosen: „Wer bei sozialen Diensten spart, betreibt Einkommens-, Chancen- und Jobraub!“

 

Einsparungen bei sozialen Diensten sind besonders kontraproduktiv!

 

Derzeit drohe die öffentliche Hand im Zeichen von Schuldenbremse und Fiskalpakt vielmehr in die Krise hinein zu sparen, statt aus dieser heraus zu investieren. Besonders drastische Auswirkungen hätten dabei Einsparungsmaßnahmen bei den sozialen Diensten. „Kürzt die öffentliche Hand aus Einsparungsgründen Ausgaben für Pflege und Betreuung, wird diese in die privaten Haushalte verlagert. Und das geht regelmäßig auf Kosten der Frauen als pflegende und betreuende Angehörige, die ihre Erwerbsarbeit entweder deutlich verkürzen oder überhaupt aufgeben müssen. Was für diese Einkommensverlust und damit Verlust von Eigenständigkeit bedeutet, für die öffentliche Hand einen Verlust an Einnahmen aus Steuern und Abgaben. Einsparungen bei sozialen Diensten wirken damit besonders kontraproduktiv, führen zu Arbeitsplatzverlusten im Sozialbereich ebenso, wie bei jenen, die von sozialen Diensten in hohem Maße abhängig sind. Steigende Arbeitslosigkeit ist allerdings so ziemlich das Letzte, was wir uns leisten sollten und dürfen“, warnt Paiha.

 

Her mit der Sozialmilliarde!

 

Mit dem geschnürten Sparpaket – beschönigend ‚Stabilisierungspaket‘ genannt – würden gerade auch bei sozialen Diensten Einsparungen drohen: weder würden zusätzliche Mittel für den dringend notwendigen Lückenschluss bei Kinderbetreuungs- und -bildungseinrichtungen, noch für den Ausbau von Pflege und Betreuung im Alter frei gemacht. Der Pflegefonds würde zwar fortgeschrieben, aber nicht – wie notwendig – deutlich aufgestockt. „Mit der geplanten Umstellung des Förderwesens von Basis- auf v.a. Projektförderung – was eine mittlere und längere Budgetplanung beinahe unmöglich macht -, sowie mit den veranschlagten Einsparungen im Gesundheits-, Gemeinde- und Länderbereich wird sich die Situation beim Angebot sozialer Dienste noch verschärfen“, kritisiert die Alternativgewerkschafterin.

 

Die AUGE/UG fordert einen grundlegenden Kurswechsel: „Statt soziale Dienstleistungen auf dem Rücken der Frauen und auf Kosten von Einkommen und Arbeitsplätzen in die Privathaushalte zu verlagern, braucht es endlich den massiven, flächendeckenden und bedarfsgerechten Ausbau sozialer Dienste und von Bildungseinrichtungen – eben eine Sozialmilliarde, finanziert aus dem Aufkommen vermögensbezogener Steuern. Zusätzlich müssen diese gesellschaftlich besonders wichtigen, aber massiv unterbezahlten Berufsgruppen finanziell deutlich aufgewertet werden. Vor Einsparungen im Sozialbereich kann – gerade zum Tag der Arbeitslosen – dagegen nur gewarnt werden,“ schließt Paiha.

 

Kurzfilm der AUGE/UG anlässlich des Tags der Arbeitslosen, zum Zusammenhang zwischen sozialen Diensten und Arbeitslosigkeit: „Warum Maxi Muster nicht mehr in den Kindergarten geht …“

157. Wiener AK-Vollversammlung am 25. April: AUGE/UG-Initiativen für verpflichtende Sozial- , Umwelt- und Gleichstellungsbilanzen, gegen EU-Fiskalpakt und Nulllohnrunden!

 

 

Litschel: „EU-Fiskalpakt ist Anschlag auf europäische Demokratien!“

 

„Der EU-Fiskalpakt droht mit seinen rigiden Sparvorgaben nicht nur die Krise zu verschärfen und damit noch mehr Arbeitslosigkeit und Armut zu produzieren, er ist auch die konsequente Fortsetzung einer desaströsen, strikt neoliberal orientierten europäischen Wirtschaftspolitik, die – verfassungsrechtlich bedenklich – direkt in die Budgethoheit nationaler, direkt gewählter Parlamente eingreift. Mit der einseitigen Orientierung an Wettbewerbsfähigkeit droht zusätzlich ein Angriff auf Löhne und Gehälter. Dieser zunehmend autoritärer werdenden, europäischen Wirtschaftspolitik, die ihren Ausdruck nicht nur im EU-Fiskalpakt, sondern auch schon zuvor im EU-Six-Pack gefunden hat, muss arbeitnehmerInnenseitig eine klare Absage erteilt werden,“ so Veronika Litschel, stv. Fraktionschefin der AUGE/UG in der AK Wien. Die ParlamentarierInnen sollen seitens der AK Wien aufgefordert werden, dem Fiskalpakt die Zustimmung zu verweigern: „Inzwischen überstürzen sich die Ereignisse ohnehin, mit dem Rücktritt der niederländischen Regierung, der schweren Rezession in Spanien und der Wahlniederlage Sarkozys in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen ist ohnehin fraglich, ob der Fiskalpakt überhaupt jemals in dieser Form europaweit beschlossen wird. Die österreichische Politik, das österreichische Parlament, wäre aufgefordert, jene Kräfte in Europa zu unterstützen, die auf Beschäftigung, sozial und ökologisch verträgliches Wachstum, sowie auf Zukunftsinvestitionen statt Kaputtsparen setzen. Da muss die AK Druck machen.“

 

Rudolf: „Nulllohnrunden treffen bis zu 900.000 ArbeitnehmerInnen!“

 

In einem weiteren Antrag fordert die AUGE/UG ein klares NEIN der AK zu Nulllohnrunden in den öffentlichen Diensten. „Nachdem nicht nur der Bund, sondern inzwischen auch schon Länder und Gemeinden für ihre Beschäftigten Nulllohnrunden andenken, wird die Gruppe potentiell von Reallohnverlusten betroffener ArbeitnehmerInnen – unter ihnen jede Menge AK-Mitglieder – immer größer. Betroffen wären längst nicht nur einkommensstarke Spitzenbeamte, sondern alle Beschäftigten der öffentlichen Dienste – von KrankenpflegerInnen über KindergärtnerInnen bis hin zu Straßenbahn- und BuschauffeurInnen, SozialarbeiterInnen, AltenpflegerInnen und KulturarbeiterInnen – allesamt keine TopverdienerInnen. Eine Nulllohnrunde würde die Kaufkraft dieser mittleren und unteren Einkommensgruppen im öffentlichen Dienst – unter ihnen besonders viele Frauen – empfindlich treffen und nachwirkende Einkommensverluste mit sich bringen,“ kritisiert Christine Rudolf, AK-Rätin der AUGE/UG und politische Sekretärin der KIV/UG.

 

Betroffen wären allerdings nicht nur öffentliche Bedienstete, sondern auch jede Menge Beschäftigte im privaten Sozial- und Bildungsbereich, deren Einkommen vielfach von öffentlichen Fördermitteln abhängen bzw. an die Einkommensentwicklung im öffentlichen Dienst gekoppelt sind. „Bis zu 900.000 Beschäftigte wären von Nulllohnrunden in öffentlichen Diensten mittel- oder unmittelbar betroffen. Diese Kaufkraftschwächung in Krisenzeiten trifft nicht nur sozial hart, sondern ist auch ökonomisch ein Fehler. Die AK ist daher aufgefordert, jedwede Nulllohnrunden unmissverständlich abzulehnen. Es braucht eine Stärkung unterer und mittleren Einkommen im öffentlichen Dienst sowie bei sozialen DienstleisterInnen, im Gesundheitswesen und im Bildungsbereich.“

 

Koza: „Sozial-ökologischen Umbau befördern!“

 

In weiteren Anträgen fordert die AUGE/UG auf, endlich Konsequenzen aus der Wirtschaftskrise zu ziehen und den sozial-ökologischen Umbau unserer Wirtschaftsordnung zu befördern. „Die öffentliche Hand könnte über Regulierungen – etwa des Bankensektors, über eine ökologische Steuer- und Ausgabenpolitik – die etwa umweltschädigende Subventionen und Förderungen abbaut und diese frei gewordenen Mittel in thermische Sanierung, erneuerbare Energien und umweltfreundliche Mobilität investiert – und die öffentliche Auftragsvergabe eine Schlüsselrolle einnehmen. Viel mehr jedenfalls, als sie es bislang tut,“ so Markus Koza, Vorsitzender der Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB und AUGE/UG-Bundessekretär. Die Alternativen und Unabhängigen GewerkschafterInnen fordern so gesetzlich standardisierte und veröffentlichungspflichtige Sozial-, Umwelt und Gleichstellungsbilanzen – in einem ersten Schritt für Kapitalgesellschaften. „Einerseits, um Transparenz für die Stakeholder – KonsumentInnen, Beschäftigte und eine interessierte, kritische Öffentlichkeit herzustellen – und so Druck auf Verhaltensänderungen zu erzeugen, andererseits, um in einem nächsten Schritt die öffentliche Auftragsvergabe an positive Sozial-, Umwelt- und Gleichstellungsbilanzen zu knüpfen um so den sozial-ökologischen Umbau aktiv zu fördern,“ so Koza.

 

Zusätzlich fordert die AUGE/UG einmal mehr höhere vermögensbezogene Steuern: „Wir fordern die AK auf, für eine Reform der Grundbesteuerung unter Schonung kleiner und mittlerer Immobilienvermögen aktiv zu werden, die zu mehr Steuergerechtigkeit führt und Gemeinden zusätzliche Einnahmen zur Finanzierung kommunaler und sozialer Dienstleistungen bringt. Und – wenn eine Finanztransaktionssteuer bedauerlicherweise derzeit auch unrealistisch scheint –zumindest auf nationaler Ebene muss eine reformierte Börsenumsatzsteuer wieder eingeführt werden. Was jedenfalls nicht in Frage kommt: dass einmal mehr für den Einnahmeausfalls aus der veranschlagten, aber in näherer Zeit offensichtlich nicht realisierbaren Finanztransaktionssteuer, nicht die Vermögenden, sondern die ArbeitnehmerInnen aufkommen sollen,“ schließt Koza.

 

Link: Anträge der AUGE/UG zur 157. AK-Vollversammlung

Wohin am 1. Mai? Was ist los am „Tag der Arbeitslosen“?

In ein paar Tagen werden sie wieder begangen: der 30. April, „Der Tag der Arbeitslosen“ sowie der 1. Mai, „Der Tag der Arbeit“.

 

Rund um die beiden Tage wird kundgegeben, demonstriert, gefeiert. Als kleine Entscheidungshilfe, wann frau/man wo sein könnte bzw. wo sich eine Teilnahme vielleicht besonders empfiehlt, eine kleine Auswahl an Veranstaltungen rund um die beiden Tage – ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier, auf unserem BLOG Belvederegasse. Besonders empfohlen sei dabei natürlich die rege Teilnahme an Aktionen der UG und der AUGE/UG

Unabhängige GewerkschafterInnen im ÖGB: „Budgetkonsolidierungspaket entpuppt sich mehr und mehr als ‚Instabilitätspaket‘!“

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Mit dem wahrscheinlichen „Aus“ für die Finanztransaktionssteuer – jedenfalls ab 2014 – sowie für eine Abgeltungsabgabe habe sich die verteilungspolitische Schieflage bei der Budgetkonsolidierung noch verstärkt: „Krisenursachen und Krisenverursacher wurden und werden auch bislang zu wenig zur Budgetkonsolidierung herangezogen, nun bleibt nur noch der zeitlich befristete ‚Solidarbeitrag‘ als ‚Reichensteuer‘ übrig. Was bleibt ist eine Budgetkonsolidierung, die überwiegend von den öffentlich Bediensteten, den PensionistInnen und dem Gesundheitssystem getragen wird. Ein traditionelles Sparpaket, das nicht ansatzweise den Krisenursachen und Krisenverursachern Rechnung trägt, weder Beschäftigung noch Konjunktur fördernd wirken wird,“ so Koza weiter.

 

Kein Sparen auf Kosten Sozialer Dienste und der ArbeitnehmerInneneinkommen!

 

Auch mit Finanztransaktionssteuer und Abgeltungsabgabe hätten bereits massive Einschnitte bei sozialen Diensten gedroht. Nulllohnrunden im öffentlichen wurden von Landes- und GemeindepolitikerInnen auch schon auf kommunaler Ebene angedacht, was wiederum massive Auswirkungen auf den gesamten gemeindenahen, bzw. gemeinde- oder landesfinanzierten Sozial- und Gesundheitssektor hätte. „Viele soziale Vereine, die im Auftrag der öffentlichen Hand Dienstleistungen erbringen, hängen unmittelbar an der Einkommensentwicklung im öffentlichen Dienst. Von Nulllohnrunden in Bund, Ländern und Gemeinden wären hunderttausende Betroffen, unabhängig von ihrer Einkommenssituation und ihrem beruflichen Statut – Privatangestellte ebenso wie Vertragsbedienstete und Beamte. Über die Kürzung von Ermessensausgaben sowie einer Reform des Fördersystems drohen einmal mehr soziale Dienste, aber auch Frauenberatungseinrichtungen, Kulturinitiativen, Einrichtungen der Entwicklungszusammenarbeit sowie die ohnehin schon leidgeprüfte außeruniversitäre Forschung weiter unter finanziellen Druck zu geraten,“ kritisiert Koza.

 

Her mit Vermögenssteuern! Schluss mit der Subventionierung umweltschädigenden Verhaltens! Schluss mit der steuerlichen Förderung privater Pensionsvorsorge!

 

Was es nun brauche, sei eine Mobilisierung für vermögensbezogene Steuern: „Mit der ÖGB-Kampagne ‚fair teilen‘ war der ÖGB auf dem richtigen Weg, mit der noblen Zurückhaltung bei den Konsolidierungsvorschlägen der Bundesregierung sind die Gewerkschaften – spätestens mit dem drohenden Aus für die Finanztransaktionssteuer – auf dem Holzweg. Was zu tun wäre, um den Haushalt zu konsolidieren, wie auch um Mittel für zukunftsweisende Investitionen in Bildung, Soziale Dienste und den ökologischen Umbau unseres Industrie- und Energiesystems frei zu machen, liegt auf der Hand: Her mit Vermögenssteuern! Schluss mit der milliardenschweren Subventionierung umweltschädigenden Verhaltens! Schluss mit der großzügigen steuerlichen Förderung privater Pensionsvorsorge! Dafür lohnt es zu kämpfen, in Österreich und europaweit,“ schließt Koza.

„Sozialbereich ist die Speerspitze der Prekarisierung“

Sozialgipfel Reloaded, ein erster Bericht:

Eines kann bereits jetzt festgehalten werden: von der TeilnehmerInnenzahl her ist der Sozialgipfel Reloaded bereits ein Erfolg. An die 150 BelegschaftsvertreterInnen, Beschäftigte, Betroffene und Interessierte aus dem Sozial-, Gesundheits-, elementaren Bildungs- und arbeitsmarktnahen  Bereich fanden sich am 21. März in der AK-Wien ein, um gemeinsam über die Situation im Sozial- und Gesundheitsbereich zu diskutieren, sich zu vernetzen, über Widerstandsformen gegen Überlastung, Arbeitsdruck, unbezahlte Mehrarbeit und notorischer Unterfinanzierung zu beratschlagen.

hier den ganzen ersten Bericht lesen