Alle Beiträge von AUGE UG

AUGE/UG Bundeskonferenz am 01.03.2023

Wie am letzten EBV beschlossen wird am 01.03.2023 von 17:00 bis 20:00 Uhr eine außerordentliche Bundeskonferenz (BUKO) im digitalen Format via Zoom stattfinden. Dort sollen Statutenänderungen und allfällige Anträge beschlossen werden.

Auch die Wahlen werden in digitaler Form durchgeführt und zwar von 02.03 von 00:00 Uhr bis 05.03 um 12.00 Uhr. Dazu wird davor ein Mail mit der Vorgangsweise und den Kandidat*innen ausgesandt. Ihr bekommt einen Zugangscode, der in diesem Zeitraum gültig und nur einmal verwendbar ist. Sorgt daher bitte für eine stabile Internetverbindung während des Wahlvorgangs.

Natürlich wird es für alle Fragen rund um die Wahlen Ansprechpartner:innen von uns geben. Wir freuen uns auf eine tolle AUGE/UG-Bundeskonferenz.

Lesung von Ruth Steindling aus ihrem Buch: „Vilma Steindling“ am 03.02

Ruth Steindling liest aus ihrem Buch über ihre Mutter Vilma Steindling.

Biographie Vilma Steindling:
 
Geboren am 4.August 1919 in Wien. Vater stirbt 1923, Mutter erkrankt schwer, kann sich um Vilma nicht mehr kümmern. Vilma kommt mit 8 Jahren ins jüdische Waisenhaus im 19. Bezirk. Als sie 13 ist, stirbt die Mutter . Nach der Hauptschule zieht Vilma ins jüdische Lehrlingsheim im 2. Bezirk und absolviert eine Lehre als Modistin, da ihr eine Lehrlingsstelle als Schneiderin oder Krankenschwester verwehrt bleibt.
Mit 16 Jahren tritt sie dem Kommunistischen Jugendverband bei, wo sie auch ihren späteren Lebensgefährten Arthur Kreindel kennenlernt. 1937 emigriert sie und folgt somit ihrem Freund nach Paris, wo die beiden weiter in der Kommunistischen Partei engagiert sind. 1940 wird Paris von Deutschland besetzt, Vilma verbringt den Sommer 1940 auf einer verlassenen „ferme“ in der Nähe von Montauban. Im Winter 1940 kehrt sie nach Paris zurück, um sich ab 1941 in der Résistance zu engagieren.
Von da an lebt sie mit Arthur in der Illegalität. Ende 1942 wird sie von einem deutschen Soldaten denunziert und verhaftet. Nach neun Monaten in den verschiedensten französischen Gefängnissen kommt sie nach Drancy und 1943 nach Auschwitz deportiert. Ein Jahr später wird auch Arthur nach Auschwitz deportiert, wo die beiden sich auch immer wieder sehen. Beide gehen im Jänner auf den Todesmarsch. Vilma nach Ravensbrück, Arthur nach Dachau, wo er in den letzten Kriegstagen umkommt. Vilma wird im April 1945 vom schwedischen Roten Kreuz befreit, in Schweden 3 Monate aufgepäppelt und nach Paris repatriiert.
Sie kehrt im Herbst 1945 nach Wien zurück, macht die Fürsorgeschule, heiratet Adolf Steindling, bekommt 2 Kinder und engagiert sich weiter aufopferungsvoll in der KPÖ. Die Ehe zerbricht. 1968 tritt sie aus der KPÖ aus, bleibt aber ihren Idealen treu.
 

Wo: Die Veranstaltung  findet im im AUGE-Büro in der Belvederegasse 10 (1040) statt.
Wann: 15 Uhr

Hier geht es zur Veranstaltung au Facebook: https://www.facebook.com/events/853063995750244

Lesung von Jeanette Mayrhofer-Berger aus ihrem Buch über ihren Vater Moritz Margulies am 17.3.

Eine Kunde meiner Existenz. Briefe eines Widerstandskämpfers.

 
1957 beginnt Moritz Margulies, seinem Freund aus Czernowitzer Kindheitstagen Briefe zu schreiben, in denen er mit klarem Blick und erstaunlichem Humor sein abenteuerliches Leben bis zur Flucht aus einem französischen Lager für Widerstandskämpfer 1944 erzählt. 2018 findet seine Tochter die Briefe in einem Koffer auf dem Dachboden.
Margulies ist 17 Jahre alt, als er in einem Czernowitzer Gymnasium einen antisemitischen Professor ohrfeigt und dafür von der Schule fliegt. Er zieht ins Rote Wien, verliebt sich, wendet sich von seinen zionistischen Idealen ab und wird Kommunist. Mit dem Verbot der KP tritt er in die Illegalität ein, wird 1936 zum ersten Mal verhaftet. Als er acht Monate später entlassen wird und abgeschoben werden soll, entwischt er mit einem gefälschten Pass nach Prag. Was folgt, ist eine Geschichte von Mut, Entbehrung, Tarnungen und gefährlichen Aktionen im Widerstand gegen die Nazis, die ihn bald von einem Gefängnis ins nächste Lager führen wird. 1944 flieht er mit Genossen aus einem Lager in Südfrankreich. „Eine Kunde meiner Existenz“ ist ein unschätzbares Dokument aus dem „Zeitalter der Extreme“.
 

Wo: Die Veranstaltung  findet im im AUGE-Büro in der Belvederegasse 10 (1040) statt.
Wann: 15 Uhr

Hier geht es zur Veranstaltung au Facebook: https://www.facebook.com/events/570547405085197

AUGE/UG Wien an ÖVP: Sie haben viel von der extremen Rechten gelernt, schämen Sie sich

Vera Koller, Landessprecherin der AUGE/UG Wien

ÖVP zerstört aus Parteiinteressen das politische Klima

Die Reaktionen der ÖVP auf die letzte Woche stattgefundenen Aktionen von Klimaaktivist*innen zeigen einmal mehr das Demokratieverständnis dieser Partei. „Die Verantwortungslosigkeit, mit der Vertreter:innen der ÖVP tagespolitische Themen für wahlstrategisch Überlegungen missbrauchen, ist demokratieschädlich“, zeigt sich Vera Koller, Sprecherin der AUGE/UG Wien, entsetzt.

Anstatt die Notwendigkeit für einen Diskurs zu erkennen, ruft die ÖVP populistisch nach härteren Strafen für sogenannte „Klimakleber“. Obwohl sich sämtliche Strafrechtsexpert*innen einig sind, dass die derzeitigen Strafmöglichkeiten vollkommen ausreichen, werden Rettungsdienste missbraucht und Horrorszenarien bedient.

„Diese Empörung ist allerdings nicht die der Menschen, sondern die einer Partei, die vor einer Wahlniederlage steht und aus rein wahltaktischen Gründen die Basis des demokratischen Miteinanders unterwandert“, so Vera Koller weiter. Wahlslogans wie „Miteinander weiter“ sind daher verstörend und zeigen sich in keiner Weise im politischen Handeln. „Hören sie auf lediglich aus Parteiinteressen das politische Klima in diesem Land zu zerstören“, meint Vera Koller abschließend.

Hier findest du die Presseaussendung.

AUGE/UG an Bundesregierung: Kein Klimaschutz ohne soziale Gerechtigkeit

Kein verschlechternder Eingriff in die Pensionen. Arbeitnehmer*innen dürfen nicht Verlierer*innen der Klimakatastrophe sein

Als Ergebnis ihrer Klausur kündigt die türkis-grüne Bundesregierung ein Paket an, mit dem der Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt werden soll, sowie eine Verlängerung und Erhöhung des Bildungsbonus. Währenddessen soll die geblockte Altersteilzeit abgeschafft werden. Die Bundesregierung lässt uns dazu ausrichten, diese sei nicht mehr zeitgemäß.

Bereits 2021 forderte Bundesminister Kocher, im Zuge der damals für 2022 geplanten Reform des Arbeitsmarktes und des Arbeitslosengeldes, die Blockvariante der Altersteilzeit abzuschaffen. Zur Reform ist es niemals gekommen, weil sich beide Koalitionspartner gegenseitig blockierten und die Grünen waren glücklich, Schlimmeres verhindert zu haben. Jetzt wird die neoliberale Forderung der ÖVP mithilfe der Grünen durch die Hintertür umgesetzt.

Arbeitnehmer*innen, die oft jahrzehntelang unter schwersten körperlichen und psychischen Bedingungen arbeiten müssen, etwa in Schichtarbeit, und die am Ende ihres Arbeitslebens einfach nicht mehr können, werden ihrer einzigen Möglichkeit beraubt, ihre Lebensarbeitszeit zu verkürzen. Auch wird die Altersteilzeit vor allem von Frauen wahrgenommen, die aufgrund ihrer belasteten Arbeit, wie etwa in der Pflege, es nicht bis zur Pension durchhalten. Schon jetzt gehen weniger als 50 Prozent der Frauen aus einem Beschäftigungsverhältnis in Pension.

Wenn sich die türkis-grüne Bundesregierung eine Erhöhung des tatsächlichen Pensionsantrittsalter wünscht, dann wäre das leicht umzusetzen: durch eine Arbeitszeitverkürzung, allgemein bessere Arbeitsbedingungen, mehr Mitbestimmungsrechte der Belegschaften bzw. des Betriebsrates bei der Gestaltung der Arbeitszeit, der Arbeitsbedingungen und der Arbeit an sich. Dann sind die Menschen am Ende ihres Arbeitslebens auch nicht ausgebrannt oder so krank, dass sie nicht mehr Arbeiten können.

Diese Maßnahmen wären auch geeignete Mittel, um die sozial-ökologische Transformation gerechter zu gestalten. Die nun anstatt einer dringend gebrauchten generellen Erhöhung des Arbeitslosengeldes beschlossene Ausdehnung des Bildungsbonus ist zu wenig und auch nicht Klima schützend, vor allem in einem immer restriktiver werdenden Arbeitsmarktregime.

Hier findest du die offizielle Presseaussendung.