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AUGE/UG: Wiener AK-Vollversammlung empfiehlt NR-Abgeordneten: Zustimmung zu ‚Euro-Rettungsschirm‘ an Vermögenssteuern knüpfen!

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Zusätzlich braucht es für die Einrichtung des ESM Bareinlagen im Umfang von 2,2 Mrd. Euro, sowie Haftungen und Garantieerklärungen im Umfang von bis zu 17,3 Mrd. Euro. Einmal mehr soll also die breite Allgemeinheit der SteuerzahlerInnen – in der Mehrheit ArbeitnehmerInnen – für die Risken privater Gläubiger, von Fonds oder Banken haften, während die Vermögenden und Superreichen, die von diesem Rettungsschirm besonders profitieren einmal mehr keinen entsprechenden Beitrag leisten müssen,“ so Koza.

AK-Wien empfiehlt Nationalratsabgeordneten: Zustimmung zu Vertragsänderung an Einstieg in Vermögensbesteuerung koppeln!

Mit dem – mit den Stimmen der sozialdemokratischen FSG, der AUGE/UG und vieler kleinerer Fraktionen – gegen die Stimmen von ÖAAB und FA – angenommenen Antrag, empfiehlt die AK-Wien den Nationalratsabgeordeneten, im Sinne einer verursachensgerechten Finanzierung der Krisenkosten die Zustimmung zur Änderung des Art. 136 nur unter der Bedingung des Einstiegs in eine umfassende Besteuerung von Vermögen, Vermögensübergängen und Börsengeschäften – über eine refomierte Börsenumsatzsteuer auf nationaler Ebene bis zur Umsetzung einer EU-weiten Finanztransaktionssteuer – zu erteilen. „Das ist ein klarer Auftrag der AK Wien an jene Parteien, die immer wieder Vermögenssteuern fordern, nun auch die entsprechend einmalige Chance zur Durchsetzung zu nutzen,“ so Koza.

Freiheitliche und ÖAAB einmal mehr „Schutzpatrone“ der Vermögenden

Einmal mehr als „treue Schutzpatrone“ der Vermögenden haben sich die Freiheitliche und ÖAAB erwiesen. Beide lehnten den Antrag ab: „Insbesondere die Freiheitlichen Arbeitnehmer, die sich stets als Kämpfer für den ‚kleinen Mann‘ aufspielen – die ‚kleine Frau‘ sehen sie ja ohnehin lieber daheim bei Herd und Kind, wie sie auch in dieser Vollversammlung wieder einmal eindrucksvoll bewiesen haben – haben sich einmal mehr als brave Diener der Reichen und Superreichen hervorgetan. Wie der ÖAAB schieben sie stets die Mittelschicht vor, kein ‚Argument‘ ist dumm genug, wenn es darum geht, die Steuerprivilegien der reichsten 10 % in diesem Land zu verteidigen. Und in der AK-Vollversammlung – dem ArbeitnehmerInnenparlament! – ist keine Fraktion so von Sorge um unsere Industrie und Wirtschaft geplagt, die sich laut FA höhere Umweltstandards, höhere Unternehmens- und Vermögenssteuern etc. nicht leisten kann, wie die Freiheitlichen. Das Österreich bei Vermögens- und Unternehmenssteuern im internationalen Vergleich hinsichtlich der Höhe bei den ‚Schlusslichtern‘ ist, interessiert die FA wenig, ist sie an Fakten doch überhaupt eher desinteressiert,“ kritisiert der unabhängige Gewerkschafter.

Freiheitliche „Voodoo“-Ökonomie

„Über hohe Managereinkommen wird munter gewettert, gegen eine höhere Besteuerung von diesen Einkommen aber natürlich gestimmt! Reden Freiheitliche in der AK Wien, fühlt frau/mann sich an einen Gewerbeverein oder einen Industriellenzirkel eher erinnert, als eine ArbeitnehmerInnenfraktion,“ so Koza. „Freiheitliche Politik heisst: Steuern senken, Abgaben senken, Schulden abbauen, dafür großzügige Geschenkverteilung an Familien, brave, daheimgebliebene Mütter, und, und, und … Wie das alles finanziert werden soll, interessiert Freiheitliche schon viel weniger, da bleiben sie alle Antworten schuldig. Da sprechen sich Freiheitliche gegen Frauenquoten in Aufsichtsräten aus, weil diese ‚dem freien Markt‘ widersprächen um im gleichen Atemzug staatliche Preiskontrollen für alles und jedes, was gut und aus freiheitlicher Sicht recht ist, zu fordern. Mit Privatisierungen zur Schuldentilgung haben sie genausowenig Probleme, wie mit privater Pensionsvorsorge um im gleichen Atemzug die Schlechtigkeit der neoliberalen Welt und der Aktionäre zu bejammern. Die Bezeichnung ‚Voodoo-Economics‘ ist für die phasenweise wirr anmutenden wirtschaftspolitischen Positionierungsversuche der Freiheitlichen in der AK noch ein harmloser Hilfsausdruck. Mit dem Erkennen von ökonomischen Zusammenhängen tun sie sich offensichtlich ebenso schwer wie mit der Unterscheidung von ArbeitnehmerInnen- und Wirtschaftsinteressen.“

Freiheitliche gegen „Europäische Sozialcharta“

Wie ‚gut‘ ArbeitnehmerInnenpolitik in freiheitlichen Händen liegt, belegt auch das Abstimmungsverhalten der FPÖ im Nationalrat: dort stimmten die Freiheitlichen gegen die Ratifikation der eruopäischen Sozialcharta: „Diese enthält – aus freiheitlicher Sicht offenbar ganz furchtbare Sachen – wie etwa das Recht auf gerechte Arbeitsbedingungen, das Recht auf ein gerechtes Arbeitsentgelt, das Recht auf Würde am Arbeitsplatz, spricht sich gegen Kinderarbeit und gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz aus. Die Freiheitlichen Arbeitnehmer – die sich ja als FPÖ-Vorfeldorganisation verstehen und dessen Fraktionschef FPÖ-Abgeordneter in Wien ist – verlor darüber jedenfalls kein Wort. Jenen ArbeitnehmerInnen, die sich von der Wahl der Freiheitlichen eine Verbesserung ihrer Lebenssituation erwarten, sei jedenfalls eines versichert: die wird es mit den Freiheitlichen mit Sicherheit nicht geben, weder mit Freiheitlichen in der AK, noch in den Landtagen, noch im Nationalrat,“ schließt Koza.

Jetzt Petition unterschreiben: Nein zum Angriff auf das soziale und demokratische Europa!

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Die Finanzkrise hat die Verschuldung der öffentlichen Hand erheblich erhöht. Die Regierungen der EU-Staaten und die Europäische Kommission planen die Bürgerinnen und Bürger – ArbeitnehmerInnen, Arbeitslose und RentnerInnen – bezahlen zu lassen, anstatt die Rechnung den Verursachern – Banken und Finanzindustrie – zu stellen.

Die Eurokrise wird dazu benutzt eine neoliberale „europäische Wirtschaftsregierung“ einzuführen, die den Ländern in den nächsten Jahren Sparprogramme aufzwingen wird. Zur gleichen Zeit erhält die Europäische Kommission enorme Macht finanzielle Sanktionen über jene Länder zu verhängen, die diese schmerzvolle Sparpolitik nicht mittragen.

Es gibt viele Alternativen zu diesen Sparprogrammen – etwa eine Finanztransaktionssteuer oder eine wirksame Regulierung der Finanzmärkte. Ihre Beteiligung ist gefordert, damit das Europäische Parlament diese Pläne stoppt. Am 8. Juni wird dort über die Vorschläge von Kommission und Regierungen abgestimmt.

Es ist an der Zeit, Nein! zu sagen.“

Die AUGE/UG ruft dringend auf, diese Petition zu unterschreiben!

Hier gehts zur Petition.

Unabhängige GewerkschafterInnen im ÖGB an IV und WKÖ: „Vermögens- und Kapitalsteuern helfen, Staatshaushalt wieder ins Lot zu bringen!“

Wirtschaft und Industrie verwechseln wieder einmal „Ursache“ und „Wirkung“

„Wieder einmal verwechseln WKÖ und IV Ursache und Wirkung,“ so die Unabhängigen GewerkschafterInnen. „Es gehört ja schon einige Chuzpe dazu, denn Stand der öffentlichen Schulden weitestgehend entkoppelt von der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit zu diskutieren, wie das die Interessensvertretungen von Wirtschaft und Industrie tun – als ob es diese Krise nie gegeben hätte,“ kritisiert Koza.

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen erinnern daran, dass – laut einer von WKÖ und IV unwidersprochen gebliebenen AK-Studie – der krisenbedingte Schuldenzuwachs von 2008 bis 2010 rund 28 Mrd. Euro beträgt: Bei einem Gesamtschuldenzuwachs von 37,4 Mrd. Euro sind also fast 75 % unmittelbar auf die Krise zurückzuführen – u.a. durch krisenbedingte Ausfälle an Steuereinnahmen, vor allem bei Unternehmens und Kapitalertragssteuern, durch die Bankenrettungspakete, durch Industrie und Wirtschaft stützenden Konjunkturpakete und durch Mehrausgaben bei Arbeitslosigkeit. „Wir erinnern auch daran, dass über den Zeitraum von 2000 bis 2008 zwar Gewinn- und Besitzeinkommen um 56 % gestiegen sind, das Steueraufkommen daraus allerdings nur um 44 %. Im Gegensatz dazu ist die Lohnsteuerleistung der ArbeitnehmerInnen im selben Zeitraum um 47 % gestiegen, die Lohneinkommen allerdings nur um 31 %,“ so der Unabhängige Gewerkschafter Koza.

„Zentrale Gründe für die wachsende Staatsverschuldung liegen damit auf dem Tisch, von zahlreichen Maßnahmen zur Konjunkturbelebung – von der Bankenrettung ohnedies – haben Industrie und einzelne Branchen der Wirtschaft besonders profitiert. Und es besteht keinerlei Bereitschaft, sich an der Bewältigung einer mitverschuldeten Krise zu beteiligen. Im Gegenteil: Ganz offensichtlich wird die Chance gewittert, billig wie nie an bislang öffentliches Eigentum zu gelangen, wenn ein Staat unter Druck privatisieren muss, auf Kosten der Allgemeinheit. Die soll einmal mehr für die Krise zahlen. Das ist schlichtweg eine Provokation,“ kritisiert Koza.

Wirtschaft und Industrie sind herzlich eingeladen sich bei Vermögenssteuern endlich „pragmatisch“ zu zeigen

Auffällig sei immer wieder, dass gerade die selbsternannten „Leistungsträger“ in der Gesellschaft das derzeit bestehende „leistungsfeindliche“ Steuersystem leidenschaftlich verteidigen und sich vehement gegen jede Form von Erb- und Schenkungssteuern, Vermögenszuwachssteuern oder Vermögenssteuern aussprechen. „Erben ist Wohlstandsmehrung ohne eigene Leistung. Vermögenszuwächse aus Wertpapier- oder Immobilienverkäufen sind Wohlstandsgewinne ohne eigenes Zutun. Wer aus der Umwidmung von Grundstücken in Baugründen hohe Vermögenszuwächse erzielt, hat zu diesen nichts geleistet. Industrie und Wirtschaft, die selbsternannten ‚Leistungsträger‘ stehen damit auf Seiten der ‚Nicht-‚ und ‚Minderleister‘, der aufgrund von Abstammung und Herkunft Privilegierten in unserer Gesellschaft. Das widerspricht eigentlich allen liberalen Prinzipien, zu denen sich die beiden Organisationen ja sonst so gerne bekennen, das ist in hohem Maße reaktionär und standesdünklerisch. Hier wäre endlich Pragmatismus statt Ideologie gefragt, eben der Abbau der Krisenschulden durch Beiträge jener, deren Vermögen durch Rettungs- und Konjunkturpakete – von einer nicht wohlhabenden, Steuern zahlenden breiten Allgemeinheit finanziert – gerettet wurden. Da hört sich allerdings bei WKÖ und IV jede Form des Pragmatismus auf,“ schließt Koza.

1. Mai 2011, Tag der Arbeit

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Maiaufmarsch 9 Uhr Treffpunkt der Unabhaengigen GewerkschafterInnen am Karl Renner Ring/Endstationen 46er, 49er. Motto: Her mit den Milliarden fuer Soziales, Bildung, Gesundheit

MAYDAY Parade 14 Uhr Treffpunkt Wallensteinplatz
Parade der Prekarisierten

linkes Maifest der AUGE/UG und der Grünen Bezirksgruppe Brigittenau: 14 Uhr, Grünes Haus, Lindengasse 40, 1070 Wien