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Video: Schau auf dich, schau auf mich, schau auf Irmi! Eine Awareness-Kampagne der AUGE/UG

Hier das zweite Video unserer Awareness-Kampagne zu system-relevanten Beschäftigten. Wir freuen uns, wenn es geteilt und verbreitet wird!

Kennst du schon Irmi?

Menschen in system-relevanten Berufen sind während der Corona-Krise in aller Munde. Jedoch kämpfen sie häufig mit schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen. Daran haben auch Beifall und lobende Politikerreden nichts geändert.
 
Ist das fair? Wir sagen: Nein!
 
Wir fordern mehr Wertschätzung in Form von
 
– besseren Arbeitsbedingungen
– höheren Löhnen
– besseren Corona-Schutzmaßnahmen
 

Video: Schau auf dich, schau auf mich, schau auf Elif! Eine Awareness-Kampagne der AUGE/UG

Kennst du schon Elif?
 
Menschen in system-relevanten Berufen sind während der Corona-Krise in aller Munde. Jedoch kämpfen sie häufig mit schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen. Daran haben auch Beifall und lobende Politikerreden nichts geändert.
 
Ist das fair? Wir sagen: Nein!
 
Wir fordern mehr Wertschätzung in Form von
– besseren Arbeitsbedingungen
– höheren Löhnen
– besseren Corona-Schutzmaßnahmen
 

Neuer Minister – neue Chancen?

Kein Scheitern erlauben die beiden aktuellen Krisen und sind damit eine große Herausforderung für den neuen Arbeitsminister Martin Kocher.

Die Klimakrise erfordert einen dringenden Wandel in Richtung klimagerechten Wirtschaftens. Dieser braucht eine entsprechende arbeitsmarktpolitische Begleitung, damit er möglich und sozial gerecht wird. Die Corona-Pandemie und ihre dramatischen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt verlangen nach Maßnahmen zur Bekämpfung der Erwerbsarbeitslosigkeit ebenso, wie zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Unterstützung der Betroffenen. Beide Krisen müssen zusammen gedacht und entsprechende Lösungen gefunden werden:

  • Mobiles Arbeiten/Home Office muss dringend in gesetzlichen Mindestvorgaben und über eine erzwingbare Betriebsvereinbarung für die konkrete betriebliche Ausgestaltung geregelt werden
  • Arbeitslosengeld und Notstandshilfe müssen dauerhaft erhöht werden
  • Ein sozial gerechter, ökologischer Wandel – Just Transition – braucht Mittel für Umqualifizierung, ReQualifizierung, Weiterbildungsmaßnahmen sowie Beschäftigungsinitiativen – und das längerfristig.
  • Die Bekämpfung der Corona-Arbeitslosigkeit erfordert öffentliche Beschäftigungsinitiativen, Jugendprogramme, Arbeitsstiftungen, innovative Beschäftigungsaktionen etc.
  • Und schließlich: Die generelle Arbeitszeitverkürzung muss dringend her! Sie ist das Mittel zum Zweck in der derzeitigen Situation: Sie führt zu einer besseren Verteilung der Erwerbsarbeit und zur Entlastung der Umwelt.

Mit dem großen Arbeitsmarktpaket im Vorjahr hat die Regierung einen ersten Schritt gemacht, die stringente Umsetzung fehlt noch. Weitere Maßnahmen müssen dringend folgen, eine längerfristige Planung und Absicherung gewährleistet werden.

Die generelle Arbeitszeitverkürzung mit Lohn- und Personalausgleich muss JETZT her, wo notwendig, mit öffentlicher Förderung. Einen weiteren Aufschub können wir uns nicht mehr leisten. Wir brauchen sie zur Sicherung der Erwerbsarbeitsplätze und Einkommen, zur Entlastung der Umwelt, zur gerechteren Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit zwischen den Geschlechtern, zur demokratischen Entwicklung und für unsere Gesundheit.

Als Ökonom bringt Martin Kocher das entsprechende fachliche Know-How zur Bewältigung der Krisen mit. Ob auch den entsprechenden Willen, wird sich weisen.

AUGE/UG-Paiha: Präsentiertes Arbeitsmarktpaket vielversprechend aber Umsetzungsdetails und Klimagerechtigkeit entscheidend

Als „vielversprechend“ bezeichnet Klaudia Paiha, Bundessprecherin der Alternativen, Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen, das nach dem heutigen Ministerrat präsentierte Arbeitsmarktpaket. Jetzt komme es auf die Details an.

Bei entsprechender Umsetzung könnten die als „Corona Arbeitsstiftung“ bezeichneten Massnahmen zu Ausbildung, Um- und Weiterqualifizierung die notwendigen Antworten auf die aktuellen Krisen sein: „Die richtige Aus- und Weiterbildung ist eine Voraussetzung für den Umstieg auf klimagerechte Produktion und Arbeitsplätze. Die Verantwortung dafür nicht allein den ArbeitnehmerInnen zu überlassen, ist ein wesentliches Element eines gerechten Überganges auf ein CO2-armes Wirtschaften. Damit wird erfreulicherweise eine Forderung des Klima-Corona-Deals umgesetzt, den auch wir unterstützt haben.“ Eine optionale Berufsorientierung und die Begleitung der Weiterbildung durch ein persönliches Coaching sind begrüssenswert, wenn sie Ängste nehmen und eigene Potentiale heben und einen guten Einstieg in die veränderte Arbeitswelt ermöglichen.

Ebenso bietet das neue Kurzarbeitsmodell doppelte Chancen: Arbeitsplätze sichern und gleichzeitig eine Umorientierung auf klimagerechtes Wirtschaften. Es wird in den Kurzarbeitsvereinbarungen darauf zu achten sein, dass beides möglicht wird.

Begrüsst wird von Paiha auch das geförderte Corona Arbeitszeitmodell: „ Als individuelle Arbeitszeitreduktion kann es zwar nicht so arbeitsplatzwirksam werden wie eine generelle Arbeitszeitverkürzung, ist aber in Verbindung mit verpflichtender Neueinstellung ein Schritt Richtung Arbeit fair-teilen. Insbesondere wird darauf zu achten sein, dass von den Neueinstellungen verstärkt Frauen profitieren, um es nicht zu einem reinen Modell für gut verdienende Männer werden zu lassen.“ Auch Fragen der rechtlichen Absicherung und betrieblichen Organisation seien entscheidend für eine arbeitnehmerInnengerechte Umsetzung.

„Dem Paket fehlen noch die generelle Anhebung des Arbeitslosengeldes und konkrete Beschäftigungsinitiativen, vergleichbar mit der Aktion 8.000 der 80er-Jahre. Da erwarten wir weitere Schritte im Herbst, um erwerbsarbeitslose Menschen abzusichern und Perspektiven zu geben. Insgesamt aber gibt das präsentierte Paket Grund zur Hoffnung – hoffen wir, dass seine Umsetzung dem gerecht wird!“

„Klima-Corona-Deal“ an Klimaschutz-Ministerin Gewessler übergeben

Mit einer großen Medienaktion „Roter Teppich für den Klima-Corona-Deal“ haben die Alternativen, Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen (AUGE/UG) mit vielen anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen heute vier Forderungen für ein stabiles Sozial- und Ökosystem an Klimaschutz-Ministerin Leonore Gewessler übergeben.

Ein breites Bündnis von 183 Organisationen und 577 WissenschaftlerInnen beobachtet die bisherige Krisenpolitik aus klimapolitischer Sicht mit großer Sorge. Mit dem Klima-Corona-Deal fordern sie den substantiellen und klimagerechten Umbau unseres Wirtschaftssystems. „Die Regierung muss dem Schutz unserer Lebensgrundlagen endlich den roten Teppich ausrollen. Jetzt ist es an der Zeit Geld in die Hand zu nehmen für echte klimafreundliche Arbeitsplätze. Zudem braucht es Investitionen und in Pflege, Bildung, Gesundheit und Kinderbetreuung um langfristig gute und krisensichere Jobs zu schaffen“, so Klaudia Paiha, AUGE/UG Bundessprecherin.

Klimafreundliche Arbeitsplätze und Investitionen in Pflege, Bildung, Gesundheit und Kinderbetreuung sind notwendig für krisensichere Jobs

Der Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft stellt eine tiefgreifende Veränderung dar. Die AUGE/UG hat daher das Konzept „Just Transition“ („Gerechter Wandel“) in den Klima-Corona-Deal miteingebracht, um Umwelt, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik miteinander verknüpft und den Übergangsprozess zur grünen Wirtschaft und „Green Jobs“ sozial verträglich zu gestalten. “Durch die kluge Verteilung der Rettungsgelder, Beschäftigungsinitiativen, Aus- und Weiterbildung, Umqualifizierung und Arbeitszeitverkürzung kann die Regierung jetzt tausende neue und langfristig sichere klimafreundliche Arbeitsplätze schaffen. Dadurch werden alle Menschen dabei unterstützt, Schritte zu einem guten Leben für alle zu setzen und den existenzbedrohenden Klimakollaps abzuwenden”, so Paiha.

Zur Übergabe der Forderungen des Klima-Corona-Deals ist nur Klimaschutz-Ministerin Gewessler erschienen. “Es ist bezeichnend, dass sich die eingeladenen ÖVP-MinisterInnen keine Zeit für die Forderungen der Zivilgesellschaft nehmen. Die Vergabekriterien zu den Corona-Finanzhilfen müssen transparent gestaltet werden und dem 1,5 Grad Ziel entsprechen. Nur wenn wir uns auf allen Ebenen sozial und klimagerecht ausrichten, sind wir langfristig krisensicher. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf in diese wichtigen Entscheidungsprozesse miteinbezogen zu werden“, so Karin Stanger, AUGE/UG Bundesvorständin.

  • Unter den 578 unterstützenden WissenschaftlerInnen sind unter anderem Renate Christ, ehem. Leiterin des Sekretariats des „Weltklimarat“ (IPCC), die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb, die Ökonomin Sigrid Stagl, der Mediziner Hans Peter Hutter oder der Politologe Ulrich Brand.
  • Unter den 184 unterstützenden Organisationen sind unter anderem Attac, AUGE/UG – Alternative, Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen, GLOBAL 2000, Greenpeace, die Fridays for Future, Extinction Rebellion, System Change – not Climate Change! und der WWF Österreich. ______ Fotos von der Übergabe: https://www.flickr.com/photos/attac-austria/ Den Klima-Corona-Deal in voller Länge mit allen unterstützenden Organisationen und Wissenschaftler*innen finden Sie hier: https://bit.ly/klima-corona-deal