Arbeitsbedingungen sind mehr als Arbeitnehmer*innenschutz, Sozialleistungen oder etwa Urlaubstage

Presseaussendung der AUGE/UG Wien

„Schon die so gewollte Retourkutsche von Wirtschaftsbund Generalsekretär Kurt Egger zeigt den abgehobenen Zugang, den manche Vertreter*innen der Wirtschaft an den Tag legen“, so Vera Koller, AUGE/Wien Landessprecherin und Mitglied des Vorstandes der Wiener Arbeiterkammer.

Schwierigen Arbeitsbedingungen mit einem staatlich vorgegeben Arbeitnehmer*innenschutz, Sozialleistungen oder Urlaubstagen zu begegnen, ist mehr als zynisch. „Nachdem sich Beschäftigte wochenlang kaputt gearbeitet haben, können sie eh ihre wohlverdienten zusätzlichen Urlaubstage genießen, soll das wirklich der Zugang von Unternehmer*innen sein?“, fragt sich Vera Koller weiter.

Schon der Tenor der Aussendung zeigt die absolut falsch verstandene Sicht des Wirtschaftsbundes auf unsere Gesellschaft. Der angebliche Fachkräftemangel ist kein überraschendes Phänomen, sondern den jahrelangen Versäumnissen der Wirtschaft und deren Vertreter*innen geschuldet.

Nicht nur, dass viel zu wenige Fachkräfte ausgebildet wurden, wurde durch Arbeitsverdichtung und Profitorientierung dafür gesorgt, das Letzte aus den Beschäftigten herauszupressen. „Branchen, die schon immer zu den prekärsten gehört haben, sind nicht einfach so entstanden, sondern wurden durch Unternehmer*innen verursacht. Arbeitgeber*innen können Arbeitsbedingungen gestalten, höhere Gehälter zahlen, all dies liegt in ihrer Hand“, so Vera Koller weiter

Die unverschämte Selbstbedienungsmentalität mancher Vertreter*innen der Wirtschaft muss endlich ein Ende haben. Nicht der Staat ist dafür verantwortlich, dass Betriebe gut laufen, Arbeitskräfte gerne im Betrieb arbeiten, Lehrlinge ausgebildet werden usw., sondern Unternehmer*innen selbst.

„Anstatt auf die staatliche Auffangdecke zu schielen und nach Förderungen für Unternehmer*innen oder Verschärfungen für Arbeitslose zu rufen, unterstützen sie Unternehmer*innen dabei gute Bedingungen für sich und deren Beschäftigte zu schaffen. Sie haben es in der Hand“, appelliert Vera Koller abschließend.

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